Wie finde ich Vorfahren in Wien?

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Parterre in Schönbrunn von Alois Greil (1841-1902) aus dem Buch „Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild“, Band Wien, WIen 1886, Seite 115

Wien – Geschichte

Wien war insbesondere in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Hauptstadt der österreichisch-ungarischen Monarchie eine rasch wachsende Großstadt. In dieser Zeit wurden unter anderem auch die Stadtbahn und die Hochquellwasserleitung errichtet.
Während Wien im Jahr 1880 726.000 EInwohner zählte, waren dies 1890 – nachdem die Vororte eingemeindet worden waren – 1.365.000. Im Jahr 1910 wohnten 2.031.000 Menschen in der Stadt (1).
Auch während des ersten Weltkriegs kamen unzählige Kriegsflüchtlinge in die Stadt.
Heute sind es übrigens 1.841.000 Einwohner.

Durch die hohe Zahl der Zuwanderungen wird Wien auch in der Genealogie für viele interessant, deren Vorfahren es nach Wien zog.

Familienforschung – Quellen für Wien

Da es gar nicht so leicht ist, seine Vorfahren in Wien zu finden, möchte ich heute einige Tipps und Quellen dafür erläutern.

Adolph Lehmann’s allgemeiner Wohnungs-Anzeiger

Eine gute Quelle, um Wiener Vorfahren zu finden, ist der „Lehmann“ („Adolph Lehmann’s allgemeiner Wohnungs-Anzeiger“) ein Verzeichnis, der Einwohner Wiens, welches jährlich von 1859 – 1942 herausgegeben wurde. Der Lehmann wurde digitalisiert und ist auf der Homepage „Wienbibliothek Digital“ (hier der link) kostenfrei einsehbar.

Im Verzeichnis werden die Haushaltsvorstände (aber nicht deren Ehefrauen oder Kinder), meist mit Beruf, aufgeführt. Nicht im Lehmann enthalten sind Gewerbegeholfen, Taglöhner und Dienstboten.
Der Lehmann enthält mehrere Abschnitte, die über das Menü auf der Homepage ausgewählt werden könnnen. Da gibt es neben Behördenverzeichnissen und Firmenverzeichnissen auch Sehenswürdigkeiten oder ein Verzeichnis der Zeitungen (Inhalt variiert je Jahrgang). Das für Ahnenforscher wohl am interessanteste Verzeichnis ist das „Namensverzeichnis“. Das digitalisierte Namensverzeichnis kann nach Buchstaben ausgewählt werden.

Oft gibt es auch „Straßenverzeichnis“, in welchem unter anderem die Pfarrzugehörigkeit einer Adresse ersichtlich ist.
Für einige Jahre (zB 1925) gibt es auch einen „umgekehrten Lehmann“, das sogenannte Häuserverzeichnis. Dies ist ein Verzeichnis der Einwohner, das nicht nach Namen, sondern nach Adressen geordnet ist. Hier kann man feststellen, wer unter einer bestimmten Adresse wohnhaft war, um beispielsweise zu erfahren, wer die Nachbarn unserer Vorfahren waren.

Verstorbenensuche der Friedhöfe Wien

Die Verstorbenensuche der Friedhöfe Wien (hier der link) gibt nicht nur Treffer von bestehenden Gräbern, sondern auch für historische (also bereits aufgelassene) Gräber und ist damit eine nicht zu unterschätzende Quelle der Ahnenforschung.

Im Suchresultat können nützliche Informationen wie Lebensalter, Geburtsdatum und Sterbedatum enthalten sein. Es sind außerdem weitere Personen, die im selben Grab bestattet sind, angeführt. Hier handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um Verwandte, Ehepartner oder Kinder.
Bei der historischen Suche ist zu beachten, dass die Personen, die unter „Weiters in diesem Grab bestattet“ nicht unbedingt verbundene Personen sein müssen, es kann sich auch um familienfremde Personen handeln, die zu einem anderen Zeitpunkt in diesem Grab bestattet waren.

Es zahlt sich jedenfalls aus, immer die Suche nach aktuellen Gräbern und historischen Gräbern durchzuführen, ganz unten in der Suchmaske gibt es eine Auswahlmöglichkeit.
Ein Übersichtsplan auf der Homepage zeigt übrigens auch die Lage des Grabes auf dem jeweiligen Friedhof.

Meldezettel Familysearch

Familysearch bietet im Katalog eine interessante Sammlung:
Österreich, Niederösterreich, Wiener Meldezettel 1850-1896

Die Jahresangabe der Sammlung ist irreführend. Tatsächlich handelt es sich um Meldezettel ab ca. 1905, die aber Personen, die vor 1897 geboren wurden, betreffen.
Das Suchergebnis bietet Informationen über Geburtsdatum, Geburtsort, Ehepartner und Wohnbezirk (keine genaue Adresse).
Die Original-Meldezettel liegen übrigens im Wiener Stadt- und Landesarchiv auf. Die Einsicht dort ist kostenlos. Man kann aber auch über ein Kontaktformular Anfragen stellen, um die konkrete Adresse der gemeldeten Personen zu erfahren. Achtung, diese Anfrage ist kostepflichtig und Recherche kostet pro angefangene halbe Stunde Arbeitszeit 35 Euro.

Weitere Datenbanken

Sowohl die Datenbanken von genteam (kostenfreie Registrierung erforderlich) als auch die Datenbanken des Vereins Familia Austria (teilweise kostenfrei, teilweise an die Mitgliedschaft im Verein gebunden) geben Informationen über Wiener Einwohner.
In beiden Datenbanken sind Einträge zu Wiener Taufen, Trauungen und Sterbefällen enthalten. Bei Familia Austria wurden die Einträge der Vertorbenen der Wiener Zeitung erfasst. Diese sind auch in ANNO der Österreichischen Nationalbibliothek über die Suche nach Namen abfragbar. Hier kann es aber sein, dass die Namen über die Volltextsuche nicht fehlerlos dargestellt werden.

Historische Stadtpläne, Karten und Fotos

Das Wien-Wiki bietet verschiedene historische Karten von Wien.

Es gibt dort außerdem eine Liste topographischer Objekte, wo man nach einer Straße suchen kann und Informationen (über Pfarrzugehörigkeit oder besondere Objekte) erhält.

In der Bildergalerie sind zahlreiche Ansichten alter Wiener Gebäude enthalten. Wenn man Glück hat, ist das gesuchte Wohnhaus dabei. Andernfalls bekommt man zumindest eine Idee, wie es in einer Gegend Wiens früher ausgeschaut hat.

 

Auf der Seite der Wienbibliothek digital gibt es ebenfalls sehr interessante Straßenkarten und Pläne des historischen Wiens.

Quelle:

(1) https://www.wien.gv.at/kultur/archiv/geschichte/ueberblick/stadtwachstum.html

Neue Kirchenbücher Diözese Gurk online

Für die Diözese Gurk wurden gestern bei Matricula 18 neue Pfarren online gestellt:

  • St. Andrä im Lavanttal,
  • St. Daniel im Gailtal,
  • St. Donat,
  • St. Egyden/Drau/Št. Ilj ob Dravi,
  • St. Filippen bei Reinegg,
  • St. Gandolf,
  • St. Georgen am Laengsee,
  • St. Georgen am Weinberg,
  • St. Georgen im Gailtal,
  • St. Georgen im Lavanttal,
  • St. Georgen unter Strassburg,
  • St. Gertraud im Lavanttal,
  • St. Jakob im Lesachtal,
  • St. Jakob i. Rosental/Št. Jakob v Rožu,
  • St. Jakob ob Gurk,
  • St. Johann am Pressen (Hohenpressen),
  • St. Johann i. Rosental/Št. Janž v Rožu,
  • St. Josef am Ossiacher See

Darf ich vorstellen? Josefa Korinek (geb. Emmerer)

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ANNO, Illustrierte Kronen Zeitung 6.3.1938, Seite 6

Josefa Emmerer wurde 1837 als Tochter eines Donaufischers in Niederösterreich geboren.
Nachdem sie mehrere Jahre als Dienstmagd in Traismauer und Herzogenburg gearbeitet hatte, ging sie im Jahr der Weltausstellung 1873 nach Wien. Sie fand Arbeit in einem Gasthaus und lernte dort ihren Mann kennen, mit dem ihr allerdings nur neun Jahre Ehe vergönnt waren, bis er im Jahr 1882 verstarb.
Als Josefa Korinek im Jahr 1939 gestorben ist, war sie 103 Jahre alt und die älteste Frau Wiens.
Die ganze Geschichte habe ich aus Artikeln der „Kronen Zeitung“ und des „Kleinen Volksblattes“, die beide in den Jahren 1938 und 1939 über Josefa Korinek berichtet haben.
Die Zeitungen sind online zu finden in ANNO (Austrian Newspapers Online) der Österreichischen Nationalbibliothek. Dort kann man historische Zeitungen aus den Jahren 1689-1946 mit Volltextsuche durchsuchen.
Das kleine Volksblatt schreibt anläßlich ihres 101. Geburtstags:

„Das Essen und ein tägliches Gläschen Wein schmecken ihr immer ausgezeichnet, nur das Augenlicht und das Gehör haben stark nachgelassen. Geistig ist aber das alte Mütterchen noch immer frisch und munter und gibt oft und oft verblüffende Proben ihres wunderbaren Gedächnisses.“
(Quelle: ANNO/Österreichische Nationalbibliothek; Das kleine Volksblatt am 4.3.1938  Seite 7)

ANNO ist wahre Schatzkiste für Familienforscher! Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie ich mich gefreut habe, soviel über das Leben meiner Ururgroßtante herauszufinden!
Wie alt waren eure ältesten Vorfahren?

Arbeiten mit Kirchenbüchern, Teil 1 Einstieg

Viele Kirchenbücher österreichischer Diözesen sind online auf Matricula (www.matricula-online.eu) abrufbar.

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UPDATE JUNI 2017: Matricula hat ein neues Design mit neuen Funktionalitäten eingeführt. Details sind in meinem neuen Post Matricula im neuen Design zu finden.

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Zum Einstieg in Matricula gibt es ein sehr ausführliches und übersichtliches Handbuch, das hier (Quelle: Handbuch Matricula, http://www.matricula-online.eu) aufgerufen werden kann. Es wird darin detailliert erklärt, wie man ein Kirchenbuch findet, öffnet und sich darin zurecht findet.

Anhand eines praktischen Beispiels läßt sich der Einstieg in die Suche wohl am Besten erklären:
Nehmen wir also an, wir suchen Mathias Schindl, von dem wir wissen, dass er 1807 in Finsternau geboren wurde. So gehen wir vor:

  1. Bestimmung der zuständigen Pfarre

    Dazu gibt es zwei Möglichkeiten:
    genteam.at bietet eine umfassende Ortssuche an (Genteam ist kostenlos, es ist eine Registrierung erforderlich). Hier erfährt man die zuständige Diözese, Pfarre, eventuelle Vorpfarren und ab wann Matriken verfügbar sind.
    Oder man nutzt die in Matricula integrierte Suche in Matricula (Fernglassymbol). Hier besteht die Einschränkung, dass nur Orte gefunden werden, die in einer Gemeindebeschreibung erwähnt werden. So eine Gemeindebeschreibung gibt es oft, aber nicht immer, daher kann es sein, dass diese Suche nicht den gewünschten Erfolg bringt.
    Für Finsternau funktioniert es. Wenn man danach sucht, bekommt man ein Ergebnis (bei Klicken von „+“) erfährt man auch die zuständige Diözese und Pfarre.
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    Man kann direkt auf das Ergebnis klicken und ist schon in der richtigen Pfarre, in unserem Beispiel Brand bei Gmünd in der Diözese St. Pölten (Copyright Diözesanarchiv St.Pölten)bildschirmfoto-2017-02-06-um-09-30-38
  2. Finden des richtigen Buches
    In der Gemeindebeschreibung klickt man „Alle Verzeichniseinheiten des Bestandes“ und bekommt eine Liste der verfügbaren Bücher. Wir suchen ein Taufbuch aus dem Jahr 1807, daher öffnen wir das Buch „Taufbuch 1784-1810, Signatur 01-01“. Hier bekommt man zuerst eine Übersicht, aus der wir sehen, dass es einen Index gibt – das ist natürlich praktisch!
    Durch Drücken auf „zum Buch“ sind wir schon am Ziel – im richtigen Taufbuch:

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    Quelle: Diözese St. Pölten, Pfarre Brand/Gmünd, Taufbuch 1784-1810, Signatur 01-01, Seite 01-EInband_0001, Copyright Diözesanarchiv St.Pölten

  3. Im Index nach der Seite (Folio) im Buch suchen
    Der Index ist meist am Ende eines Taufbuches, in diesem Fall allerdings am Anfang. Der Index ist in der Seitenleiste rechts namentlich gekennzeichnet.
    Ein Index ist fast immer nach Nachnamen und dann nach Jahren sortiert (in alten Büchern sind Buchstaben wie C und K sowie B und P zusammengefasst; ich habe aber auch schon Indices gesehen, die nach Vornamen sortiert waren). In diesem Buch ist eine weitere Sortierung nach Orten vorgenommen worden.
    Wenn man nicht gleich fündig wird, empfiehlt es sich immer, den Index genau durchzuschauen. Manchmal sind am Ende des Indexes oder bei anderen Buchstaben weitere Einträge zu finden.
    Wir werden hier fündig:

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    Quelle: Diözese St.Pölten, Pfarre Brand/Gmünd, Taufbuch 1784-1810, Signatur 01-01, Seite 2-Index Taufe_0009, Copyright Diözesanarchiv St.Pölten

    Den Eintrag für Mathias Schindl finden wir also auf Folio 81.

  4. Finden der richtigen Seite
    Wenn man Glück hat, entspricht die Seitenangabe in der rechten Leiste auch der Folio-Nummer. Aus verschiedenen Gründen kommt es aber immer wieder zu Verschiebungen, dann muss man etwas suchen, bis man die richtige Seite erhält. Seite 81 ist aber ein guter Anfangspunkt, ich gehe also auf „3-Taufe 0081“. In der rechten oberen Ecke der Seite sehe ich, dass wir Glück haben. Wir sind direkt auf Folio 81 gelandet!
  5. Finden des richtigen Eintrags
    Jetzt müssen wir nurmehr die Einträge der Seite durchsehen. In diesem Fall ist es gleich der erste Eintrag :Aufmerksamen Lesern ist sicher nicht entgangen, dass Mathias im Index noch als „Schindl“ aufgeführt war und im tatsächlichen Eintrag plötzlich „Schönl“ heißt – zu solchen Namensänderungen habe ich schon einen Post geschrieben.

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    Quelle: Diözese St.Pölten, Pfarre Brand/Gmünd, Taufbuch 1784-1810, Signatur 01-01, Seite 03-Taufe_0081, Folio 81, Copyright Diözesanarchiv St.Pölten

Schlussendlich können wir also notieren: Mathias Schindl wurde am 5.2.1807 in Finsternau Nr. 12 geboren.

Auf alle Informationen, die ich aus einem Taufbucheintrag erhalten kann, werde ich in einem gesonderten Post eingehen.

Ein Tipp noch: Über den Befehl „Direkter Link zur Seite“ in der rechten oberen Ecke des Matricula Viewers bekommt man einen permalink, den man sich in seinem Ahnenforschungsprogramm speichern kann. So findet man die Seite schnell wieder. Es empfiehlt sich aber trotzdem, das Buch und die Seite ebenfalls zu notieren, falls der link nicht mehr funktioniert.

Ich liebe alte Fotos

Ich liebe es, alte Fotos anzuschauen. Für mich wird dadurch die Geschichte dieser Person lebendig, der Name in meinem Stammbaum bekommt ein Gesicht. Obwohl … man weiß ja gar nicht immer, wer die Person auf dem Foto ist. Wenn mir eine unbekannte Person auf einem Foto unterkommt, weckt dies sofort meine Neugier: Wer kann das sein? Warum ist die Person auf dem Foto? Ist er/sie mit mir verwandt oder nur ein Bekannter?

Hier habe ich so ein Beispiel:

Auf dem Foto ist eine Musikgruppe in Buffalo, USA abgebildet. Zwei der Personen sind meine Urgroßonkeln, einer ist ein angeheirateter Urgroßonkel (aus Deutschland). Wer sind die weiteren Musiker? Welche Musikstücke haben sie gespielt? Das sind Dinge, die mich wahnsinnig interessieren würden, aber ich habe vermutlich keine Chance, das herauszufinden. Trotzdem gibt es Möglichkeiten, Informationen zu unbekannten Personen oder Orten auf Fotos zu erhalten:

  • Das Bild umdrehen (eh klar!😉) Wenn nicht sogar Namen oder ein Jahr auf der Rückseite vermerkt sind, findet man vielleicht das Logo eines Fotographen, das auch Hinweise auf einen Ort geben könnte.
  • Der nächste Schritt liegt auch auf der Hand: Verwandte und Bekannte fragen; Oft muss man allerdings kreativer sein und beispielsweise versuchen, Nachbarn oder Bewohner des selben Ortes (bzw. deren Nachfahren) zu finden, um diese zu fragen.
  • In Online-Datenbanken nach Personen forschen, die im selben Ort zur selben Zeit gelebt haben; Ich habe dies zum Beispiel auf myheritage (www.myheritage.at) versucht. Dort haben viele ihre Stammbäume veröffentlicht und es sind auch sehr oft Fotos dabei. Meine Hoffnung war, dass ich eine der Personen bei dieser Suche auf einem dortigen Foto wiederkenne.
  • Eine Möglichkeit ist auch, gewisse Schlagworte des Fotos in einer Internetsuchmaschine zu suchen, vielleicht findet man ähnliche Fotos.
  • In den USA gibt es Websites, die nur den Zweck haben, unbekannte Personen auf Fotos zu identifizieren. Eine, die ich heute entdeckt habe, ist www.deadfred.com. In Österreich oder Deutschland ist mir nichts Ähnliches bekannt.
  • Wenn man so gar nicht weiterkommt, muss man versuchen, über die Kleidung oder Dinge auf dem Bild zuerst einmal den Zeitrahmen einzugrenzen oder Hinweise zu erhalten.

Aber zurück zu meinem Musikerfoto.

Als erstes habe die Zeit genauer eingegrenzt. Meine Verwandten sind 1913 ausgewandert. Meine Großtante hat in Buffalo 1915 geheiratet. Das Foto muss also ungefähr in diesem Zeitraum entstanden sein.

Bei der Suche nach den unbekannten Personen war ich bisher erfolglos. Als ich aber nach „Zither“ und „Buffalo“ im Internet gesucht habe, bin ich http://www.zither.us auf ein Foto vom „Buffalo Zither Club“ aus dem Jahr 1917 gestoßen. Auf dem Foto war tatsächlich eine der Personen auf meinem Bild zu sehen – aufgrund der auffälligen Frisur eindeutig zu identifizieren. Und im Erklärungstext war zu meinem Glück genau diese Person namentlich genannt:

„Josef Mayerhofer (..) was born in Dingolfing, Germany, in 1875.“

Auch ein zweites Mitglied des „Buffalo Zither Clubs“ ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auf meinem Foto. Seinen Namen konnte ich leider nicht herausfinden.

Auf der selben Internetseite ist ein weiteres Foto von Josef Mayerhofer im Jahr 1925 mit seinem Sohn beim Zitherspielen. Der Sohn sieht einem der Musiker auf meinem Foto auch etwas ähnlich, sicher kann man es allerdings nicht sagen.

Für mich ist es sehr aufregend, dass ich wirklich einem unbekannten Gesicht einen Namen zuordnen konnte!

Zu diesem Post ursprünglich inspiriert hat mich übrigens der Blog Photo Detektive by Maureen A. Taylor, der sich nur mit dem Lösen von Rätseln alter Fotos beschäftigt.

Hilfreiche Internetquellen für den Einstieg in die Ahnenforschung in der ehemaligen Österreichisch-Ungarischen Monarchie

  • ICARUS/Matricula
    http://icar-us.eu/
    ICARUS ist ein gemeinnütziger Verein nach Österreichischem Recht und besteht aus mehr als 160 archivarischen und anverwandten Institutionen aus mehr als 30 Europäischen Ländern, Kanada und den USA.
    Der Verein bietet mehrere Online-Portale an. Das für Einsteiger wichtigste ist sicher Matricula. Die Matrikelbücher der einzelnen Religionsgemeinschaften gehören zu den am meisten benützten und erforschten historischen Quellen überhaupt. Dieses Portal schafft nun einen innovativen, service-orientierten Zugang und ermöglicht einen staaten- und konfessionsübergreifenden Zugriff auf diese wichtigen historischen Quellen.
    Hier wurden in den letzen Jahren unzählige Kirchenbücher digitalisiert und zur kostenlosen Einsicht online gestellt.
    http://icar-us.eu/cooperation/online-portals/matricula
  • Familia Austria
    http://www.familia-austria.at
    Familia Austria ist ein ehrenamtlich tätiger Verein, der sich zum Ziel gesetzt hat, die Ahnen- und Familienforschung auf dem Gebiet der alten Habsburgermonarchie zu fördern, bestehende Initiativen auf diesem Gebiet zu vernetzen und ganz allgemein historisch – genealogisches Wissen zu erarbeiten und zu publizieren.
    Einige der umfangreichen Informationen sind kostenlos, andere sind an eine Mitgliedschaft im Verein gebunden.
  • Genteam
    http://www.genteam.at
    GenTeam ist eine lose Vereinigung von Genealogen, die selbständig oder im Team an Datenbanken arbeiten und diese Daten allen Forschern kostenlos zur Verfügung stellen wollen. Der geographische Schwerpunkt der Datensammlungen liegt im heutigen Österreich sowie den daran angrenzenden Gebieten.
    Die Nutzung der Datenbanken ist kostenlos; lediglich eine einfache Registrierung ist erforderlich.
  • ANNO – AustriaN Newspapers Online
    http://anno.onb.ac.at
    ANNO ist der virtuelle Zeitungslesesaal der Österreichischen Nationalbibliothek. Hier kann in historischen Österreichischen Zeitungen und Zeitschriften online geblättert und gelesen werden.
    Es besteht auch die Möglichkeit zur Volltextsuche in alten Zeitungen.
  • Familysearch
    https://familysearch.org
    FamilySearch ist die weltweit größte Organisation für genealogische Forschung und eine gemeinnützige Organisation für Familiengeschichte und -forschung, deren Anliegen es ist, in allen Familien ein Band zwischen den Generationen zu knüpfen.
    Hier wird eine umfangreiche kostenlose Datenbank angeboten.
  • myheritage
    https://www.myheritage.at
    Das ist eine kostenpflichtige Datenbank, wo man allerdings immer wieder fündig wird.

Natürlich gibt es noch weitere Plattformen und Informationsquellen. Für den Einstieg in die Ahnenforschung in der ehemaligen Habsburgermonarchie haben sich diese jedoch für mich am hilfreichsten erwiesen.

Ich werde in weiteren Blogs auf alle Möglichkeiten dieser Webseiten näher eingehen.