Wo wohnten meine Vorfahren? – Die Geschichte der Familie Prankl geht weiter (zurück)

Vielleicht könnt ihr euch noch an meinen Vorfahren Joseph Prankl, den Hammerschmied in Gaming erinnern? Bis vor Kurzem war er eine Sackgasse in meiner Ahnenforschung. Durch einen Blick ins Grundbuch von Gaming konnte ich jedoch mehrere bisher fehlende Generationen in diesem Zweig meines Stammbaumes ergänzen.

Nagelschmied

Bild: „Clauicularius. Der Nagler.“  von Amman, Jost (Holzschneider) aus dem Buch Ständebuch & Handwerk & Nagelschmied & Schlosser & Schmied, Public Domain via Wikimedia Commons/Deutsche Fotothek

Joseph Prankl erwarb im Jahr 1794 das Haus „Siebente Hofstadt in der Au“ in Gaming im Mostviertel Niederösterreichs. Das war auch aus dem Grundbuch ersichtlich, in welches ich vor ein paar Wochen im Niederösterreichischen Landesarchiv in Bad Pirawarth Einsicht nehmen konnte.

„1794 Joseph Prankl, Solus“ war im Grundbuchblatt als Besitzer eingetragen. In der darauffolgenden Zeile war Folgendes vermerkt: „1794 Joseph et Maria uxor ab anno 1794, in Gewährbuch fol 43 pro 1530 fl.“ Joseph Prankl hatte also im Jahr 1794 nicht nur das Grundstück erworben, sondern auch kurz darauf geheiratet. Das Jahr war der entscheidende Hinweis, den Trauungseintrag von Joseph Prankl (Joseph Bränkl) zu finden: Weiterlesen

Die Schlacht bei Dürnstein – Kriegschrecken für meine Vorfahren

Am 11.11.1805 fand in Loiben und Dürnstein in der Wachau eine große Schlacht der Napoleonischen Kriege statt. Und meine Ur-Ur-Ur-Urgroßtante Barbara Artner wohnte damals in Dürnstein („Thirrnstein“). Grund genug, um dieses Kapitel der Geschichte und die schlimmen Auswirkungen für die Bevölkerung von Loiben und Dürnstein genauer zu erforschen. Weiterlesen

Paul Wiesinger, befugter Musikus und Hundezüchter in Linz

Linzer Becken

„Das Becken von Linz mit der Landeshauptstadt“ von Eduard Zetsche (1844-1927) aus dem Buch „Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild“, Band Oberösterreich und Salzburg, Wien 1886, Seite 17

Mein Ur-Ur-Urgroßonkel 4. Grades Paul Wiesinger wurde am 28.6.1832 (um 1/4 über 4 Uhr) in Linz, in der Pfarre St. Mathias, als Sohn der ledigen Hausbesitzerstochter Josepha Wiesinger geboren.
Im Taufeintrag ist kein Vater angeführt, interessant ist aber der Taufpate, Philipp Klimitsch, „Braumeister in Auhof 1“, zu dem ich eigentlich sonst keine Verbindung finden konnte – ist der Taufpater vielleicht ein Hinweis auf den Vater?
Auhof ist übrigens ein Schloss in Linz, das sich im Besitz der Starhemberger befand. Das Brauhaus dürfte im Jahr 1832 verpachtet gewesen sein, es wurde im Jahr 1900 abgerissen (Quelle: Wikipedia, Eintrag Schloß Aufhof (Linz)) Weiterlesen

Woran starben unsere Vorfahren? Todesarten in der Genealogie

Woran starben unsere Vorfahren? Todesarten in der Genealogie

Das ist der Start einer neuen Serie, die sich mit den Todesarten in früheren Zeiten beschäftigt. Die Liste der Todesursachen in Kirchenbüchern ist lang und vielfältig. Es sind viele Begriffe und Namen von Krankheiten, mit welchen man heutzutage nicht mehr viel anfangen kann. Daneben gibt es Einzelschicksale, Epidemien und Unfälle.
(Transkript: Abzehrung, Entkräftung, Karharfieber, Brandblattern)

Altersschwäche

Heute fange ich mit einer in meiner Ahnenreihe „zum Glück“ häufigen Todesart an, der Altersschwäche. In Kirchenbüchern findet sich auch der Begriff „Marasmus senilis“, welcher den geistigen und körperlichen Abbau im hohen Alter bezeichnet.
Aber ab welchem Alter war man „alt“? Wie hoch war die Lebenserwartung in den vorigen Jahrhunderten?

Diese Tabelle zeigt die Lebenserwartung von Männern und Frauen im Alter von 60 Jahren im Laufe der Zeit an und läßt daher die hohe Säuglingssterblichkeit unberücksichtigt. Während also 1868 Männer und Frauen im Durchschnitt etwas über 70 wurden, sind es heutzutage schon 10-15 Jahre mehr. Wie auf Wien.at zu lesen, ist, waren im Jahr 1856 in Wien nur 0,7% älter als 75 Jahre.

Ich kann keine seriöse statistische Auswertung meiner Familienforschung präsentieren, daher gebe ich einige besondere Beispiele von Vorfahren, die ein bemerkenswertes Alter erreichten und an Altersschwäche starben:

  • Auch über Leopoldine Hetzendorfer (geb. Hofbauer) habe ich hier schon berichtet. Sie verstarb nach einem ereignisreichen Leben mit 88 Jahren im Jahr 1943. Ihre Tochter Walburga wurde sogar 91 Jahre.
  • Veit Putschögel wurde im Jahr 1707 geboren und wurde für damalige Zeiten enorme 90 Jahre alt.
  • Mathias Schindl war 88, als er im Jahr 1829 an Altersschwäche verstarb.
    (Transkript: Name des Verstorbenen: Mathias Schindl, Ausnehmer, katholisch, männlich, Lebensalter: 88 Jahre, Krankheit und Todesart: an Altersschwäche)

  • Magdalena Petz (geb. Weinmayr) verstarb 86jährig im Jahr 1888
    (Transskript: Petz Magdalena, geb. Weimayer, geb. v. Paasdorf, Witwe hier“, 86 Jahre, Aktersschwäche lt. Beschauzettel No. 7)

  • Katharina Schmölz starb im Jahr 1950 mit 95 Jahren.Bildschirmfoto 2017-03-30 um 18.56.42

Wie alt waren eure Vorfahren? Welche außergewöhnlichen Todesursachen habt ihr in eurer Forschung entdeckt?

Vorlage Forschungsbericht Kirchenbuch Index

Ich muss zugeben, meine Forschung ist von Anfang an eher unorganisiert gewesen, aber die Fülle an erhältlichen Informationen hat mich wohl überwältigt.

Im Internet habe ich inzwischen einige Vorlagen und Formulare für eine bessere Organisation der Familienforschung entdeckt. Leider ist keine so, wie ich mir das wünsche. Also habe ich mich selbst an der Erstellung einer Vorlage versucht.

2017-01_auszug_forschungsbericht_kirchenbuch_index

Das Ergebnis könnt ihr hier als PDF herunterladen. Dieser Bericht zielt in erster Linie darauf ab, Einträge zu einem bestimmten Namen in einem bestimmten Kirchenbuch zu erfassen. Er enthält zwei Seiten Formular sowie Erläuterungen, die man natürlich nicht jedes Mal mitausdrucken muss, die aber im Umgang mit dem Formular helfen sollen.

Ich habe mir dieses Formular gebastelt, weil man bei der Forschung ja meist ein Kirchenbuch nach einem bestimmten Nachnamen durchsucht. Dabei habe ich immer den Index (so es einen gibt) hergenommen und die Vornamen und Folionummern abgeschrieben. Einige konnte ich in meinem Stammbaum zuordnen, andere passten gar nicht und bei manchen Eintragungen im Index habe ich zumindest den Verdacht gehabt, dass sie irgendwie zu meiner Forschung passen.

Wenn ich Monate später dann bei dieser Linie des Stammbaums weitergemacht habe, waren diese Aufzeichnungen oft genug unauffindbar und ich habe wieder angefangen… (Das kann natürlich auch gute Seiten haben, denn oft entdeckt man beim zweiten Mal wichtige Kleinigkeiten oder Einträge, die man übersehen hat – zumindest ist das meine Rechtfertigung für mein Chaos!)

Jetzt habe ich diese Vorlage, die ich sorgfältig ablegen werde – das ist mein guter Vorsatz für 2017! Ich hoffe, ihr könnt sie auch brauchen! Habt ihr Ideen für weitere Vorlagen, die ein organisiertes Forschen erleichtern könnten?

1783/84 – Verlorene Spur

Ein wichtiger Teil der Familienforschung ist für mich Geschichte. Wenn man die Ahnenforschung im historischen Kontext sieht, kann man sich das Leben seiner Vorfahren viel besser vorstellen.
Daher stelle ich heute eine neue Kategorie vor: Geschichte!

Portrait Josephs II von Georg Decker

Portrait Josephs II von Georg Decker

Joseph II, Sohn der Kaiserin Maria Theresia und seit 1765 Mitregent, übernahm mit dem Tod seiner Mutter im Jahr 1780 die Alleinherrschaft.
Er führte eine Vielzahl an Reformen durch, unter anderem folgende:

  • Mit dem „Untertanenpatent“ vom 1.11.1781 hob er die Leibeigenschaft der Bauern auf, die von nun an frei ihren Wohnort wechseln, ohne Zustimmung ihres Grundherrn heiraten und einen Beruf ergreifen durften.
  • Mit dem „Ehepatent“ vom 16.1.1783 führte Joseph II die Zivilehe ein, wodurch zumindest theoretisch Scheidungen und Wiederverheiratungen möglich wurden.
  • Mit der „Neuverordnung der Seelsorge“ wurde festgelegt, dass niemand weiter als eine Stunde von seiner Pfarrkirche entfernt sein soll. Es wurde eine Vielzahl an neuen Pfarren errichtet, die von Weltpriestern (staatlich ausgebildeten Priestern) betreut werden sollten. Gleichzeitig wurden auch die Grenzen der Bistümer neu festgelegt.

Diese drei Maßnahmen führen dazu, dass in der Ahnenforschung die Jahre 1783/1784 eine besondere Herausforderung darstellen können. Durch die neu gewonnene Bewegungsfreiheit sowie die Neuordnung der Pfarrsprengel kann es vorkommen, dass man eine Ahnenlinie in diesem Zeitraum verliert. Im besten Fall findet man diese in einer Nachbarpfarre wieder. In meiner persönlichen Forschung gibt es ein paar Vorfahren, deren Spur ich bisher nicht wiedergefunden habe. Aber ich liebe Herausforderungen!

Hilfreiche Internetquellen für den Einstieg in die Ahnenforschung in der ehemaligen Österreichisch-Ungarischen Monarchie

  • ICARUS/Matricula
    http://icar-us.eu/
    ICARUS ist ein gemeinnütziger Verein nach Österreichischem Recht und besteht aus mehr als 160 archivarischen und anverwandten Institutionen aus mehr als 30 Europäischen Ländern, Kanada und den USA.
    Der Verein bietet mehrere Online-Portale an. Das für Einsteiger wichtigste ist sicher Matricula. Die Matrikelbücher der einzelnen Religionsgemeinschaften gehören zu den am meisten benützten und erforschten historischen Quellen überhaupt. Dieses Portal schafft nun einen innovativen, service-orientierten Zugang und ermöglicht einen staaten- und konfessionsübergreifenden Zugriff auf diese wichtigen historischen Quellen.
    Hier wurden in den letzen Jahren unzählige Kirchenbücher digitalisiert und zur kostenlosen Einsicht online gestellt.
    http://icar-us.eu/cooperation/online-portals/matricula
  • Familia Austria
    http://www.familia-austria.at
    Familia Austria ist ein ehrenamtlich tätiger Verein, der sich zum Ziel gesetzt hat, die Ahnen- und Familienforschung auf dem Gebiet der alten Habsburgermonarchie zu fördern, bestehende Initiativen auf diesem Gebiet zu vernetzen und ganz allgemein historisch – genealogisches Wissen zu erarbeiten und zu publizieren.
    Einige der umfangreichen Informationen sind kostenlos, andere sind an eine Mitgliedschaft im Verein gebunden.
  • Genteam
    http://www.genteam.at
    GenTeam ist eine lose Vereinigung von Genealogen, die selbständig oder im Team an Datenbanken arbeiten und diese Daten allen Forschern kostenlos zur Verfügung stellen wollen. Der geographische Schwerpunkt der Datensammlungen liegt im heutigen Österreich sowie den daran angrenzenden Gebieten.
    Die Nutzung der Datenbanken ist kostenlos; lediglich eine einfache Registrierung ist erforderlich.
  • ANNO – AustriaN Newspapers Online
    http://anno.onb.ac.at
    ANNO ist der virtuelle Zeitungslesesaal der Österreichischen Nationalbibliothek. Hier kann in historischen Österreichischen Zeitungen und Zeitschriften online geblättert und gelesen werden.
    Es besteht auch die Möglichkeit zur Volltextsuche in alten Zeitungen.
  • Familysearch
    https://familysearch.org
    FamilySearch ist die weltweit größte Organisation für genealogische Forschung und eine gemeinnützige Organisation für Familiengeschichte und -forschung, deren Anliegen es ist, in allen Familien ein Band zwischen den Generationen zu knüpfen.
    Hier wird eine umfangreiche kostenlose Datenbank angeboten.
  • myheritage
    https://www.myheritage.at
    Das ist eine kostenpflichtige Datenbank, wo man allerdings immer wieder fündig wird.

Natürlich gibt es noch weitere Plattformen und Informationsquellen. Für den Einstieg in die Ahnenforschung in der ehemaligen Habsburgermonarchie haben sich diese jedoch für mich am hilfreichsten erwiesen.

Ich werde in weiteren Blogs auf alle Möglichkeiten dieser Webseiten näher eingehen.