1866 – Preußische Soldaten bringen die Cholera nach Paasdorf (Niederösterreich)

1866 – Preußische Soldaten bringen die Cholera nach Paasdorf (Niederösterreich)

1866 – Einmarsch der Preußen in Niederösterreich

Im preußisch-österreichischen Krieg im Jahr 1866 ging es um die Vorherrschaft im Deutschen Bund. Nachdem die Preußen die österreichischen Truppen am 3. Juli 1866 bei Königgrätz besiegt haben, drangen sie ins nördliche Niederösterreich vor und besetzten Teile des Weinviertels. Der Krieg endete mit einem Waffenstillstand am 22. Juli 1866, dem „Frieden von Prag“. Bis 12. August zogen die preußischen Truppen aus Österreich wieder ab.(2)

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Bild: Prinz Friedrich Karl befehligt preußische Truppen, Künstler unbekannt, Public Domain über Wikimedia Commons

Während des Preußisch-Österreichischen Kriegs brach die Cholera im preußischen Heer aus und kostete 3139 Soldaten das Leben. Durch den Einmarsch in Niederösterreich brachten die preußischen Soldaten die Cholera auch ins Weinviertel.
Die neue freie Presse berichtete am 2. September 1866 Folgendes: Weiterlesen

Wo wohnten meine Vorfahren? – Die Geschichte der Familie Prankl geht weiter (zurück)

Vielleicht könnt ihr euch noch an meinen Vorfahren Joseph Prankl, den Hammerschmied in Gaming erinnern? Bis vor Kurzem war er eine Sackgasse in meiner Ahnenforschung. Durch einen Blick ins Grundbuch von Gaming konnte ich jedoch mehrere bisher fehlende Generationen in diesem Zweig meines Stammbaumes ergänzen.

Nagelschmied

Bild: „Clauicularius. Der Nagler.“  von Amman, Jost (Holzschneider) aus dem Buch Ständebuch & Handwerk & Nagelschmied & Schlosser & Schmied, Public Domain via Wikimedia Commons/Deutsche Fotothek

Joseph Prankl erwarb im Jahr 1794 das Haus „Siebente Hofstadt in der Au“ in Gaming im Mostviertel Niederösterreichs. Das war auch aus dem Grundbuch ersichtlich, in welches ich vor ein paar Wochen im Niederösterreichischen Landesarchiv in Bad Pirawarth Einsicht nehmen konnte.

„1794 Joseph Prankl, Solus“ war im Grundbuchblatt als Besitzer eingetragen. In der darauffolgenden Zeile war Folgendes vermerkt: „1794 Joseph et Maria uxor ab anno 1794, in Gewährbuch fol 43 pro 1530 fl.“ Joseph Prankl hatte also im Jahr 1794 nicht nur das Grundstück erworben, sondern auch kurz darauf geheiratet. Das Jahr war der entscheidende Hinweis, den Trauungseintrag von Joseph Prankl (Joseph Bränkl) zu finden: Weiterlesen

Die Schlacht bei Dürnstein – Kriegschrecken für meine Vorfahren

Am 11.11.1805 fand in Loiben und Dürnstein in der Wachau eine große Schlacht der Napoleonischen Kriege statt. Und meine Ur-Ur-Ur-Urgroßtante Barbara Artner wohnte damals in Dürnstein („Thirrnstein“). Grund genug, um dieses Kapitel der Geschichte und die schlimmen Auswirkungen für die Bevölkerung von Loiben und Dürnstein genauer zu erforschen. Weiterlesen

Die Herrschaft Heidenreichstein

Viele meiner Vorfahren waren Untertanen der Herrschaft Heidenreichstein im nördlichen Waldviertel in Niederösterreich. Grund genug, um euch dieses Gebiet näher vorzustellen!

Georg Mätthaus Vischer Topographia archiducatus Austriae Inferioris modernae 1672, Wien 1672

Georg Mätthaus Vischer Topographia archiducatus Austriae Inferioris modernae, Wien 1672

Allgemeines zu Grundherrschaften

Vorweg aber eine kurze Erklärung, was unter einer Grundherrschaft zu verstehen ist: Grundherrschaften waren ein Grundbaustein der Wirtschaft und der Gesellschaft in Österreich. Durch die Grundherrschaft wurden bestimmte Rechte und gegenüber den Einwohnern mit dem Besitz an Grund und Boden verbunden. Diese Rechte umfassten auch die Gerichts- und Verwaltungshoheit, das Recht auf Robot (eine Arbeitsleistung der Einwohner zu bestimmten Terminen) und das Recht auf Besteuerung. Als Gegenleistung war der Grundherr für den Schutz seiner Untertanen verantwortlich. Der Erwerb von Grundherrschaften war dem Adel und bestimmten geistlichen Institutionen vorbehalten.
Mit kaiserlichem Patent von 7. September 1848 wurden die Grundherrschaften im Kaisertum Österreich abgeschafft. Die Verwaltungshoheit und Gerichtsbarkeit ging auf Behörden über. [1]

Geschichte der Herrschaft Heidenreichstein

In Heidenreichstein steht die größte Wasserburg Österreichs, deren erste Teile vermutlich um 1180 vom ersten Burggrafen Heidenreich erbaut wurde. Im 13. Jahrhundert wird der Markt Heidenreichstein erstmals urkundlich erwähnt. Heidenreichstein war seit dem Spätmittelalter ein wichtiger Handelsplatz. Im 17. Jahrhundert gewann die Textilindustrie an Bedeutung und im 19. Jahrhundert waren Webereien im Herrschaftsgebiet weit verbreitet. [2] Auch die Glaserzeugung spielte eine wichtige Rolle in der Geschichte der Herrschaft, da die waldreiche Gegend die Entstehung von Glashütten begünstigte, so zum Beispiel in Aalfang und Nagelberg.

Heidenreichstein litt sowohl unter dem Dreißigjährigen Krieg im 17. Jahrhundert als auch den Franzosenkriegen im 19.Jahrhundert, als die Gegend durch die Franzosen besetzt war. [3]

Orte:

Die Herrschaft Heidenreichstein umfasste folgende Orte:
Heidenreichstein, Altmanns, Thaures, Reichenbach, Roitrechts, Willings, Kleinradischen, Ebersweis, Dietweis, Motten, Pfaffenschlag, Artolz, Arnolz Steinbach, Rohrbach, Brandt (Brand), Finsternau, Aalfang (Eilfang), Nagelberg, Reinberg, Pfaffenschlag, Eisenreichs, die Waldhütten Schwarzenberg, Kiensaß, Wiesmaden, Steinbach sowie Zuggers, Schwarzbach, Grundschachen und Rottenschachen, die im heutigen Tschechien liegen.

Das Alltagsleben 1840

Wie es sich in den 1840ern in der Herrschaft Heidenreichstein so lebte, beschreibt Freiherr von Schweickhardt in seiner Darstellung des Erzherzogthums Österreich unter der Enns [4]:

Die Herrschaft Heidenreichstein umfasste damals: „1320 Häuser, 2195 Familien, 4787 Manns-, 5104 Weibspersonen und 1336 Schulkinder, 147 Pferde, 1706 Ochsen, 1802 Kühe, 903 Schafe, 84 Ziegen und 1415 Schweine“.

„Gebaut werden Korn, Hafer, etwas Gerste und Sommerweizen, Erdäpfel aber in Menge, weil dieses Knollengewächs die vorzüglichste Nahrung des größeren Theils der Armen ist, (…) Flachs jedoch bei fast allen Gemeinden. Bei dem geringen hier bestehenden Bodenerträgniße und dem rauheren Klima ist es daher kein Wunder, wenn die Erzeugnisse alle aufgezehrt werden und kein Überfluß verbleibt. Die Einwohner würden daher schwer ihre Abgaben leisten können, fänden sie nicht an der Weberei eine Erwerbsquelle, welche dem Fehlenden nachhilft. Fast Alles ist hier Weber, den ganzen Tag hindurch klappern die Webstühle. (…) Die Viehzucht wird bloß zum eigenen Gebrauche betrieben. (…) Der Nutzen, den sie abwirft ist unbedeutend, weil Futtermangel hier herrscht und nichts Gutes gezogen wird.“

„Die ärmere Klasse der hierortigen Unterthanen beschäftigt sich mit Holzfällen für die auf den Herrschaften bestehenden Glasfabriken, dann mit Erzeugung der Hecheln für den Flachs.“

Webstuhl 1830 Wikimedia

Webstuhl, 1830 von Johann Schieß (1799-1844), Quelle: Wikimedia

Unterlagen und weitere Informationen

Wenn ihr auch Vorfahren in diesem Herrschaftsgebiet habt, ist das quasi ein „Glücksfall“, denn eine Vielzahl an Unterlagen zur Herrschaft Heidenreichstein ist online kostenlos einsehbar und zwar sowohl bei Familysearch als auch beim Niederösterreichischen Landesarchiv:

  • Familysearch: Sammlung „Österreich, Herrschaftsakten, 1537-1920“, (Pfad im Menü: Niederösterreich/Litschau/Herrschaft Heidenreichstein und Weissenbach)
    hier der direkte link
  • NÖ Landesarchiv: (Pfad im Menü: Gerichtsarchive, Bezirksgerichte/Grundherrschaftliche Provenienz/Litschau/Heidenreichstein und Weissenbach, Herrschaft)
; hier der link

(Heidenreichstein erhielt im Jahr 1850 ein Bezirksgericht, das jedoch im Jahr 1868 nach Litschau verlegt wurde. Unterlagen zur Herrschaft Heidenreichstein sind daher beim Bezirksgericht Litschau zu finden.)

Die online gestellten Bücher umfassen Folgendes:
– Grundbücher 1715 – 1885
– Gewährbücher 1786 – 1851
– Heiratsprotokolle und -rapulare 1747 – 1851
– Inventurrapulare und -protokolle 1758 – 1843
– Kaufprotokolle und -rapulare 1654 – 1838
– Satzprotokolle 1775 – 1851

(Welche Informationen sich in welcher Art von Büchern befinden, werde ich übrigens bald in einem separaten Post behandeln.)

Quellen

[1] Wien Wiki Geschichte, Eintrag zu Grundherrschaften
[2] Dehio Niederösterreich Nördlich der Donau, Verlag Anton Schroll & Co, Wien 1990,
Eintrag Heidenreichstein, Seite 412ff
[3] Wikipedia Eintrag Heidenreichstein
[4] Friedrich Schweickhardt (Freiherr von.): Darstellung des Erzherzogthums
Oesterreich unter der Ens, durch umfassende Beschreibung aller Burgen, Schlösser,
Herrschaften, Städte, Märkte, Dörfer, Rotten,C., C., topographisch-statistisch-
genealogisch-historisch bearb., und nach den bestehenden vier Kreisvierteln gereihet,
Sechster Band, Viertel Ober-Manhartsberg; Wien, gedruckt bei Anton Benko, 1840,
Seiten 37ff

Grundbuch und Familienforschung – Familie Weihs in Sachsendorf

Eintragungen in Grundbüchern geben einen guten Einblick in die Familiengeschichte, darum will ich heute darüber berichten.

Einführung des Grundbuches in Österreich und Allgemeines

Maria Theresia ließ in Österreich ab 1770 ein erstes Häuserverzeichnis anlegen (siehe hier), den Vorreiter des heutigen Grundbuches. Grundbücher enthalten eine Vielzahl an Informationen über Grundstücke und deren Besitzer. Heute beschränke ich mich allerdings auf die Grundstücksbesitzer.

Dokumente bei Familysearch

Bei Familysearch sind viele österreichische Herrschaftsakten online einsehbar (kostenlose Registrierung erforderlich). Man sieht die verfügbaren Bücher, indem man im Menü auf „Suche“ und „Katalog“ auswählt und bei Ort „Austria“ eingibt.
In der Auswahlmaske öffnet man die „Court Records“ und ist schon am Ziel:
Austria, seigniorial records = Österreich, Herrschaftsakten, 1537-1920

Familie Weihs in Sachsendorf

Am Beispiel der Familie Weihs aus Sachsendorf (Bezirk Kirchberg am Wagram, Niederösterreich) möchte ich nun die Hilfe, die ein Grundbuchblatt bei der Familienforschung bieten kann, erläutern.

Mathias Weihs war mein Ur-Ur-Ur-Ur-Urgroßvater. Ich weiß bisher, dass er im Jahr 1724 in Kollersdorf bei Sachsendorf geboren wurde und mit Anna Maria Leuthner, verwittwete Kienast, verheiratet war. Viel mehr habe ich zu seiner Familie (bis auf meinen direkten Vorfahren, seinen Sohn Paul) bisher nicht erforscht.

Titel Grundbuch Sachsensdorf, NIederösterreich

Titel Grundbuch Sachsensdorf, Niederösterreich, Quellenangabe siehe Ende des Posts

Durch das „Haus-Überland-Grundbuch Amt Sachsendorf“, welches bei Familysearch online verfügbar ist (Quellenangabe siehe Ende des Posts), habe ich herausgefunden, dass Mathias Weihs mehrere Grundstücke in Sachsendorf besessen hat.
Eines davon war dieses:

Titel des Grundbucheintrages, Quellenangabe siehe Ende des Posts

Titel des Grundbucheintrages, Quellenangabe siehe Ende des Posts

Transkription: Von einem Bauernhaus, dareingehören 3 1/2 Joch Acker

Aus dem Grundbucheintrag geht folgende Besitzerkette hervor:

Besitzerkette Eintrag Grundbuch Sachsendorf, Quellenangabe siehe Ende des Posts

Besitzerkette Eintrag Grundbuch Sachsendorf, Quellenangabe siehe Ende des Posts

Folgende Personen waren also Besitzer des Bauernhauses:

  • Mathias Weihs und seine Ehefrau Anna Maria („ux.“ ist kurz für uxoris, Ehefrau) von 1759 an
  • Franz Weihs zuerst ledigen Standes ab 1788 und dann mit seiner Ehefrau Elisabeth ab 1790 (aus Sachsendorf, frühere Schreibweise Saxendorf)
  • Joseph Weihs, ledigen Standes ab 1817 durch Kauf (für 4000 Gulden, abgekürzt „fl.“)
  • Joseph Weihs und seiner Ehefrau Anna Maria ab 1817 durch Heirat („Heirath“)
  • Johann Weihs, ledigen Standes, „daselbst“ – also im Bauernhaus wohnend- durch Kauf im Jahr 1849 um 1.200 Gulden

Diese Informationen bieten einerseits einen guten Überblick und liefern genug Anhaltspunkte für eine genauere Recherche. Wie aus der Gemeindebeschreibung für Kirchberg am Wagram bei Matricula-online hervorgeht, ist bis 1784 die Pfarre Kirchberg am Wagram für Sachsendorf zuständig, danach die Pfarre Altenwörth (beide Erzdiözese Wien).

Aus den Kirchenbüchern ist Folgendes ersichtlich:

  • Mathias Weihs und Anna Maria Leuthner haben am 22.7.1759 in Sachsendorf geheiratet.
  • Franz Weihs hat laut Grundbuch im Jahr 1790 geheiratet, daher ist hier die Suche im Trauungsbuch der Pfarre Altenwörth einfach:
 Am 22.1.1790 hat Franz Weihs, Sohn des Mathias Weihs und der Anna Maria Leuthner, Elisabeth Nesterl geheiratet. Aus dem Trauungseintrag kann man auch das Geburtsjahr von Franz Weihs errechnen: Er war bei der Trauung 25 Jahre und wurde daher 1765 geboren. Tatsächlich war es am 27.5.1764, wie das Kirchenbuch Kirchberg am Wagram zeigt.
  • Joseph Weihs erwarb die Liegenschaft durch Kauf von den Eheleuten Franz und Elisabeth Weihs (die übrigens 1830 bzw 1828 verstorben sind).
 Hier wird es schwieriger, da nicht hervorgeht, in welchem Verwandtschaftsverhältnis Joseph zu Franz stand. Bruder? Sohn? Neffe?
 Da der nächste und übernächste Eintrag beide 1817 gemacht wurden, ist es offensichtlich derselbe Joseph, der 1817 mit einer Frau names Anna Maria verheiratet war – also auf die Suche im Kirchenbuch. 
 Wir haben Glück, es gibt tatsächlich eine Trauung von Joseph Weihs mit Anna Maria Entl am 11.11.1817. Aus dem Eintrag geht hervor, dass Joseph der Sohn von Franz und Elisabeth Weihs war und 1791 geboren wurde.
    Hier ist übrigens ein Anknüpfungspunkt für eine weitere Recherche: Ich muss versuchen, den Kaufvertrag zwischen Franz und Joseph zu finden. 
 (Ich frage mich zum Beispiel, woher Sohn Joseph 4.000 Gulden hatte, das war doch viel Geld zur damaligen Zeit.)
  • Der nächste und letzte Besitzer in der Reihe ist Johann Weihs, der das Grundstück ebenfalls durch Kauf erworben hat. Er war ledigen Standes.
    Es gibt im fraglichen Zeitraum 3 Taufen eines Johann Weihs. Am wahrscheinlichsten ist es, dass der Sohn von Joseph und Anna Maria Weihs, der am 15.8.1825 geboren wurde, „unser“ Johann ist. Letzte Zweifel könnten aber nur durch Einsicht in den Kaufvertrag beseitigt werden.

Mithilfe des Grundbuches konnte ich somit folgende Ahnenkette erforschen:

Ahnentafel Johann Weihs Kopie

 

Quellenangabe Familysearch – Grundbuchsauszug:
„Österreich Herrschaftsakten 1537-1920,“ images, FamilySearch (https://familysearch.org/ark:/61903/3:1:3QSQ-G9K9-BS3H?cc=1929847&wc=MYCG-BZQ%3A1062206102%2C1047408502%2C1062215703%2C1062215702%2C1062221701 : 20 May 2014), Österreich  \> Lower Austria (Niederösterreich) \> Kirchberg am Wagram \> Herrschaft Grafenegg mit Freihof Etsdorf \> image 13 of 200; Landesarchiv, Österreich (national archives, Austria).

Joseph Prankl, Schmied in Gaming

Gaming liegt am Fuß des Ötschers im Mostviertel in Niederösterreich an der Eisenstraße. Seit dem 16 Jahrhundert war die Eisenstraße eine der wichtigsten Stätten für Eisenerzeugung und Verarbeitung. Folglich entstanden in der Gegend viele große Hammerherrenhäuser der schwarzen Grafen, aber auch viele kleinere Hammerwerke.

Durch die napoleonischen Kriege wurde die Region jedoch vom Handel sowie von technologischen Neuerungen abgeschottet und konnte folglich mit der internationalen Konkurrenz nicht mehr mithalten. Auch die Infrastruktur der Gegend erwies sich als unzureichend.

Mein Vorfahr, Joseph Prankl, war ein Huf- und Nagelschmiedmeister, der sich in Gaming ansiedelte. Er war mit Anna Maria (geb. Eder) aus Purgstall verheiratet und hatte mit ihr 16 Kinder, von denen zumindest fünf die Kindheit nicht überlebten. Die Kinder wurden im Zeitraum 1795-1814 in Gaming geboren.

In der Wiener Zeitung im Mai 1813 wurde über Joseph Prankl folgendes verkündet:

 

Aus dem Artikel geht hervor, dass das Haus von Joseph Prankl mit der Adresse Hofstadt in der Au Nr. 7, welches er erst zwei Jahre zuvor gebaut hatte („aber von außen noch nicht angeworfen“), zur Versteigerung angeboten wurde.
Das Haus hatte zu ebener Erde zwei Zimmer, eine geräumige Küche, eine Speis und einen Keller. Im ersten Stock gab es fünf ausgebaute und zwei unausgebaute Zimmer sowie eine Küche.
Es gab einen Stall für 2 Pferde und 3 Kühe, einen geräumigen Stadel. Neben dem Haus stand ein Schmied- und Hammergebäude mit einen Zerren-, Streck- und Hufschmiedfeuer.

Joseph Prankl versuchte in Gaming als Schmied Fuß zu fassen, kam jedoch genau in die geschilderte Zeit des wirtschaftlichen Abschwunges der Region hinein. Durch den Hausbau scheint er sich übernommen zu haben und konnte seine Schulden nicht mehr begleichen.

Bisher konnte ich leider weder herausfinden, woher Joseph Prankl gekommen ist, noch weiß ich, was nach der Zwangsversteigerung seines Hauses aus ihm und seiner Frau geworden ist. Eine der Sackgassen, die ich noch genauer erforschen muss!

Zwei seiner Kinder, Johann und Michael, sind in die nahegelegene Ortschaft Gresten gezogen und waren hier Hammerschmiede.