Woran starben unsere Vorfahren? Blattern

Woran starben unsere Vorfahren? Blattern

Was sind die Blattern? Diese Frage beantwortet Meyers Kleines-Konversationslexikon aus dem Jahr 1909 folgendermaßen:

Pocken (Blattern, Menschenpocken, Variola), ansteckende Erkrankung mit Hautausschlag, wird von einem noch unbekanntem Lebewesen verursacht (Sporozoon?). Verschiedenartige Lebensernergie (Virulenz) desselben Erregers verursacht verschiedene Formen; so erklärt sich Verschiedenheit der Blattern (Variola) und der Kuhpocken (Vaccina, Milchblattern). Ein an Kuhpocken oder Variola andererseits erkrankt gewesener Organismus ist für die andre Krankheit unempfänglich; hierauf beruht die Kuhpockenimpfung.“ (1)

Blattern in meiner Familie

In meinem Stammbaum starben mehrere kleine Kinder an Blattern:

  • Andreas Petz aus Höbersbrunn (Niederösterreich), 02.12.1793 – 10.08.1796 (2,5 Jahre alt)
  • Sein Bruder Franz Petz aus Höbersbrunn, 27.11.1795 – 15.08.1796 (33 Wochen alt)
  • Georg Bayer aus Neumark/Vseruby (Böhmen), 02.05.1784 – 03.04.1785 (11 Monate alt)
  • Karl Artner aus Dürnstein (Niederösterreich), 08.01.1803 – 26.03.1806 (3 Jahre alt)

1796 Sterbebuch Höbersbrunn Petz

Quelle: Erzdiözese Wien, Pfarre Höbersbrunn, Sterbebuch 1784-1865, Signatur 03-01, Folio 32 über Matricula Online

 Blattern – Seuche im 18. Jahrhundert

Die Pocken gewannen im 18. Jahrhundert als gefährliche Seuche an Bedeutung. Weiterlesen

Woran starben unsere Vorfahren? Todesarten in der Genealogie

Woran starben unsere Vorfahren? Todesarten in der Genealogie

Das ist der Start einer neuen Serie, die sich mit den Todesarten in früheren Zeiten beschäftigt. Die Liste der Todesursachen in Kirchenbüchern ist lang und vielfältig. Es sind viele Begriffe und Namen von Krankheiten, mit welchen man heutzutage nicht mehr viel anfangen kann. Daneben gibt es Einzelschicksale, Epidemien und Unfälle.
(Transkript: Abzehrung, Entkräftung, Karharfieber, Brandblattern)

Altersschwäche

Heute fange ich mit einer in meiner Ahnenreihe „zum Glück“ häufigen Todesart an, der Altersschwäche. In Kirchenbüchern findet sich auch der Begriff „Marasmus senilis“, welcher den geistigen und körperlichen Abbau im hohen Alter bezeichnet.
Aber ab welchem Alter war man „alt“? Wie hoch war die Lebenserwartung in den vorigen Jahrhunderten?

Diese Tabelle zeigt die Lebenserwartung von Männern und Frauen im Alter von 60 Jahren im Laufe der Zeit an und läßt daher die hohe Säuglingssterblichkeit unberücksichtigt. Während also 1868 Männer und Frauen im Durchschnitt etwas über 70 wurden, sind es heutzutage schon 10-15 Jahre mehr. Wie auf Wien.at zu lesen, ist, waren im Jahr 1856 in Wien nur 0,7% älter als 75 Jahre.

Ich kann keine seriöse statistische Auswertung meiner Familienforschung präsentieren, daher gebe ich einige besondere Beispiele von Vorfahren, die ein bemerkenswertes Alter erreichten und an Altersschwäche starben:

  • Auch über Leopoldine Hetzendorfer (geb. Hofbauer) habe ich hier schon berichtet. Sie verstarb nach einem ereignisreichen Leben mit 88 Jahren im Jahr 1943. Ihre Tochter Walburga wurde sogar 91 Jahre.
  • Veit Putschögel wurde im Jahr 1707 geboren und wurde für damalige Zeiten enorme 90 Jahre alt.
  • Mathias Schindl war 88, als er im Jahr 1829 an Altersschwäche verstarb.
    (Transkript: Name des Verstorbenen: Mathias Schindl, Ausnehmer, katholisch, männlich, Lebensalter: 88 Jahre, Krankheit und Todesart: an Altersschwäche)

  • Magdalena Petz (geb. Weinmayr) verstarb 86jährig im Jahr 1888
    (Transskript: Petz Magdalena, geb. Weimayer, geb. v. Paasdorf, Witwe hier“, 86 Jahre, Aktersschwäche lt. Beschauzettel No. 7)

  • Katharina Schmölz starb im Jahr 1950 mit 95 Jahren.

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Wie alt waren eure Vorfahren? Welche außergewöhnlichen Todesursachen habt ihr in eurer Forschung entdeckt?