Michael Stangerer, Schiffsreiter

Heute möchte ich Euch meinen Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Urgroßvater, Michael Stangerer, vorstellen. Er lebte im 18.Jahrhundert und hatte den Beruf eines Schiffsreiters.
Bis ich diesen Post geschrieben habe, konnte ich mir darunter eigentlich nichts vorstellen, aber jetzt weiß ich, dass ein Schiffsreiter ein anstrengendes Leben führte.

Michael Stangerer wurde am 7.5.1712 unter den Taufnamen Johann als Sohn von Georg und Eva (Mädchenname unbekannt) Stangerer geboren, die beide in Perg, Oberösterreich, „in den Judenleüthen“ gewohnt haben.

Die Adresse „In den Judenleuthen“ kommt übrigens vermutlich vom Begriff „jugent“, der Jungwald bedeutet – es ist also ein „Abhang beim Jungwald“.

Am 22.9.1740 heiratete er mit 27 Jahren Rosalia Rüttner, 45jährige Witwe nach Simon Rüttner, eines Nachbars (Einwohners) zu St.Johann bei Grafenwörth an der Donau in Niederösterreich.

(Transkription: „allhier, Michael derzeit zu Stockerau ein SchiffReuther deß Georg Stangerer, sel. in den Judenleüthen auß der Pfarre Perg, Eva dessen Ehewirthin noch im Leben beider ehelich erzeugt hinterlasster Sohn mit Rosalia deß Simon Rüttner gewester Nachbar zu St. Johanns hinterlasstene Wittib“)

Durch diesen Hochzeitsantrag habe ich einige wichtige Informationen über Michael Stangerer erhalten:  Zum Zeitpunkt der Hochzeit war Georg Stangerer, der Vater des Bräutigams bereits verstorben („selig“ lt. Kirchenbuch). Der Beruf des Bräutigams ist angegeben mit „Schiffsreuther“ zu Stockerau (Niederösterreich). Interessant sind auch die Trauzeugen des Bräutigams, Gabriel Hann und Hannß (Hans) Walleneder, die beide „Schiffsleut“ in Stockerau waren.

Einige Kirchenbücher der Pfarre Grafenwörth haben übrigens einen sehr ausführlichen Index mit allen Informationen, die ein Arbeiten in dieser Pfarre sehr leicht machen:

Donauschifffahrt im 18. Jahrhundert

St. Johann lag vor der Regulierung der Donau direkt am Fluß und war einerseits ein Umschlagplatz für Waren aller Art sowie ein Rastplatz für Donauschiffer.

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Woran starben unsere Vorfahren? Todesarten in der Genealogie

Woran starben unsere Vorfahren? Todesarten in der Genealogie

Das ist der Start einer neuen Serie, die sich mit den Todesarten in früheren Zeiten beschäftigt. Die Liste der Todesursachen in Kirchenbüchern ist lang und vielfältig. Es sind viele Begriffe und Namen von Krankheiten, mit welchen man heutzutage nicht mehr viel anfangen kann. Daneben gibt es Einzelschicksale, Epidemien und Unfälle.
(Transkript: Abzehrung, Entkräftung, Karharfieber, Brandblattern)

Altersschwäche

Heute fange ich mit einer in meiner Ahnenreihe „zum Glück“ häufigen Todesart an, der Altersschwäche. In Kirchenbüchern findet sich auch der Begriff „Marasmus senilis“, welcher den geistigen und körperlichen Abbau im hohen Alter bezeichnet.
Aber ab welchem Alter war man „alt“? Wie hoch war die Lebenserwartung in den vorigen Jahrhunderten?

Diese Tabelle zeigt die Lebenserwartung von Männern und Frauen im Alter von 60 Jahren im Laufe der Zeit an und läßt daher die hohe Säuglingssterblichkeit unberücksichtigt. Während also 1868 Männer und Frauen im Durchschnitt etwas über 70 wurden, sind es heutzutage schon 10-15 Jahre mehr. Wie auf Wien.at zu lesen, ist, waren im Jahr 1856 in Wien nur 0,7% älter als 75 Jahre.

Ich kann keine seriöse statistische Auswertung meiner Familienforschung präsentieren, daher gebe ich einige besondere Beispiele von Vorfahren, die ein bemerkenswertes Alter erreichten und an Altersschwäche starben:

  • Auch über Leopoldine Hetzendorfer (geb. Hofbauer) habe ich hier schon berichtet. Sie verstarb nach einem ereignisreichen Leben mit 88 Jahren im Jahr 1943. Ihre Tochter Walburga wurde sogar 91 Jahre.
  • Veit Putschögel wurde im Jahr 1707 geboren und wurde für damalige Zeiten enorme 90 Jahre alt.
  • Mathias Schindl war 88, als er im Jahr 1829 an Altersschwäche verstarb.
    (Transkript: Name des Verstorbenen: Mathias Schindl, Ausnehmer, katholisch, männlich, Lebensalter: 88 Jahre, Krankheit und Todesart: an Altersschwäche)

  • Magdalena Petz (geb. Weinmayr) verstarb 86jährig im Jahr 1888
    (Transskript: Petz Magdalena, geb. Weimayer, geb. v. Paasdorf, Witwe hier“, 86 Jahre, Aktersschwäche lt. Beschauzettel No. 7)

  • Katharina Schmölz starb im Jahr 1950 mit 95 Jahren.Bildschirmfoto 2017-03-30 um 18.56.42

Wie alt waren eure Vorfahren? Welche außergewöhnlichen Todesursachen habt ihr in eurer Forschung entdeckt?

Joseph Prankl, Schmied in Gaming

Gaming liegt am Fuß des Ötschers im Mostviertel in Niederösterreich an der Eisenstraße. Seit dem 16 Jahrhundert war die Eisenstraße eine der wichtigsten Stätten für Eisenerzeugung und Verarbeitung. Folglich entstanden in der Gegend viele große Hammerherrenhäuser der schwarzen Grafen, aber auch viele kleinere Hammerwerke.

Durch die napoleonischen Kriege wurde die Region jedoch vom Handel sowie von technologischen Neuerungen abgeschottet und konnte folglich mit der internationalen Konkurrenz nicht mehr mithalten. Auch die Infrastruktur der Gegend erwies sich als unzureichend.

Mein Vorfahr, Joseph Prankl, war ein Huf- und Nagelschmiedmeister, der sich in Gaming ansiedelte. Er war mit Anna Maria (geb. Eder) aus Purgstall verheiratet und hatte mit ihr 16 Kinder, von denen zumindest fünf die Kindheit nicht überlebten. Die Kinder wurden im Zeitraum 1795-1814 in Gaming geboren.

In der Wiener Zeitung im Mai 1813 wurde über Joseph Prankl folgendes verkündet:

 

Aus dem Artikel geht hervor, dass das Haus von Joseph Prankl mit der Adresse Hofstadt in der Au Nr. 7, welches er erst zwei Jahre zuvor gebaut hatte („aber von außen noch nicht angeworfen“), zur Versteigerung angeboten wurde.
Das Haus hatte zu ebener Erde zwei Zimmer, eine geräumige Küche, eine Speis und einen Keller. Im ersten Stock gab es fünf ausgebaute und zwei unausgebaute Zimmer sowie eine Küche.
Es gab einen Stall für 2 Pferde und 3 Kühe, einen geräumigen Stadel. Neben dem Haus stand ein Schmied- und Hammergebäude mit einen Zerren-, Streck- und Hufschmiedfeuer.

Joseph Prankl versuchte in Gaming als Schmied Fuß zu fassen, kam jedoch genau in die geschilderte Zeit des wirtschaftlichen Abschwunges der Region hinein. Durch den Hausbau scheint er sich übernommen zu haben und konnte seine Schulden nicht mehr begleichen.

Bisher konnte ich leider weder herausfinden, woher Joseph Prankl gekommen ist, noch weiß ich, was nach der Zwangsversteigerung seines Hauses aus ihm und seiner Frau geworden ist. Eine der Sackgassen, die ich noch genauer erforschen muss!

Zwei seiner Kinder, Johann und Michael, sind in die nahegelegene Ortschaft Gresten gezogen und waren hier Hammerschmiede.

Geschichte und Genealogie in Österreich – Maria Theresia (1717-1780)

Geschichte und Genealogie in Österreich – Maria Theresia (1717-1780)

Vor 300 Jahren, am 13.5.1717 wurde Maria Theresia in Wien geboren, die als Vertreterin des aufgeklärten Absolutismus sowie als eine der bekanntesten Habsburger in die Geschichte eingegangen ist.

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Im Jahr 1736 wurde sie mit Franz Stephan von Lothringen vermählt. Maria Theresia gebahr 16 Kinder, von denen 10 die Kindheit überlebten.

Nach dem Tod ihres Vaters, Karl VI in 1740 übernahm Maria Theresia die Regentschaft. (Sie war streng rechtlich gesehen nie Kaiserin von Österreich, wurde aber doch auch offiziell so bezeichnet.)

Die ersten Jahre ihrer Regentschaft waren vom Österreichischen Erbfolgekrieg, der defacto ganz Europa betraf, geprägt (1740-1748).

Während ihrer Regentschaft wurden zahlreiche Reformen umgesetzt. Einige dieser Reformen hatten deutliche Auswirkungen auf das tägliche Leben unserer Vorfahren:

  • Die Kaiserin führte eine Reform der Staatsfinanzen durch, die die Einführung einer einheitlichen und übersichtlichen Einkommensteuer für alle Untertanen vorsah und damit die Steuerpriviliegien des Adels und des Klerus beendeten. Folgende Steuern waren zu leisten (1 Gulden = 60 Kreuzer):
    (Quelle: „Felix Austria“ von  Stephan Vajda, publiziert 1980 Verlag Carl Überreuther)

    • Knechte: 4 Kreutzer
    • Taglöhner: 12 Kreutzer
    • Bauern: 48 Kreutzer
    • Handwerker: 1-3 Gulden
    • Grundherren: 200-400 Gulden, in Abhängigkeit von der Größe des Besitzes
    • Bischöfe: 600 Gulden(Zum Vergleich: ein Essen kostete ungefähr 12 Kreutzer, wie hier beschrieben)
  • Maria Theresia führte auch das erste Papiergeld in Österreich ein.
  • Im Jahr 1770 wurde eine neue Häusernummerierung in Wien abgeschlossen, weitere Städte folgten.

Außerdem wurde unter Maria Theresia im Jahr 1754 die erste Volkszählung in Österreich durchgeführt, die als „Seelenbeschreibung“ bezeichnet wurde. Diese Volkszählung umfasste 17.437.181 Einwohner der Monarchie. Auch das erste Grundbuch, ein Häuserverzeichnis wurde 1770 erstmals in der österreichischen Geschichte erstellt.

Maria Theresia starb am 29.11.1780 in Wien.

Für mehr Informationen über das Leben Maria Thresias empfehle ich diesen link.

Neue Kirchenbücher Diözese Gurk online

Für die Diözese Gurk wurden gestern bei Matricula 18 neue Pfarren online gestellt:

  • St. Andrä im Lavanttal,
  • St. Daniel im Gailtal,
  • St. Donat,
  • St. Egyden/Drau/Št. Ilj ob Dravi,
  • St. Filippen bei Reinegg,
  • St. Gandolf,
  • St. Georgen am Laengsee,
  • St. Georgen am Weinberg,
  • St. Georgen im Gailtal,
  • St. Georgen im Lavanttal,
  • St. Georgen unter Strassburg,
  • St. Gertraud im Lavanttal,
  • St. Jakob im Lesachtal,
  • St. Jakob i. Rosental/Št. Jakob v Rožu,
  • St. Jakob ob Gurk,
  • St. Johann am Pressen (Hohenpressen),
  • St. Johann i. Rosental/Št. Janž v Rožu,
  • St. Josef am Ossiacher See

Darf ich vorstellen? Josefa Korinek (geb. Emmerer)

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ANNO, Illustrierte Kronen Zeitung 6.3.1938, Seite 6

Josefa Emmerer wurde 1837 als Tochter eines Donaufischers in Niederösterreich geboren.
Nachdem sie mehrere Jahre als Dienstmagd in Traismauer und Herzogenburg gearbeitet hatte, ging sie im Jahr der Weltausstellung 1873 nach Wien. Sie fand Arbeit in einem Gasthaus und lernte dort ihren Mann kennen, mit dem ihr allerdings nur neun Jahre Ehe vergönnt waren, bis er im Jahr 1882 verstarb.
Als Josefa Korinek im Jahr 1939 gestorben ist, war sie 103 Jahre alt und die älteste Frau Wiens.
Die ganze Geschichte habe ich aus Artikeln der „Kronen Zeitung“ und des „Kleinen Volksblattes“, die beide in den Jahren 1938 und 1939 über Josefa Korinek berichtet haben.
Die Zeitungen sind online zu finden in ANNO (Austrian Newspapers Online) der Österreichischen Nationalbibliothek. Dort kann man historische Zeitungen aus den Jahren 1689-1946 mit Volltextsuche durchsuchen.
Das kleine Volksblatt schreibt anläßlich ihres 101. Geburtstags:

„Das Essen und ein tägliches Gläschen Wein schmecken ihr immer ausgezeichnet, nur das Augenlicht und das Gehör haben stark nachgelassen. Geistig ist aber das alte Mütterchen noch immer frisch und munter und gibt oft und oft verblüffende Proben ihres wunderbaren Gedächnisses.“
(Quelle: ANNO/Österreichische Nationalbibliothek; Das kleine Volksblatt am 4.3.1938  Seite 7)

ANNO ist wahre Schatzkiste für Familienforscher! Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie ich mich gefreut habe, soviel über das Leben meiner Ururgroßtante herauszufinden!
Wie alt waren eure ältesten Vorfahren?

Arbeiten mit Kirchenbüchern, Teil 1 Einstieg

Viele Kirchenbücher österreichischer Diözesen sind online auf Matricula (www.matricula-online.eu) abrufbar.

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UPDATE JUNI 2017: Matricula hat ein neues Design mit neuen Funktionalitäten eingeführt. Details sind in meinem neuen Post Matricula im neuen Design zu finden.

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Zum Einstieg in Matricula gibt es ein sehr ausführliches und übersichtliches Handbuch, das hier (Quelle: Handbuch Matricula, http://www.matricula-online.eu) aufgerufen werden kann. Es wird darin detailliert erklärt, wie man ein Kirchenbuch findet, öffnet und sich darin zurecht findet.

Anhand eines praktischen Beispiels läßt sich der Einstieg in die Suche wohl am Besten erklären:
Nehmen wir also an, wir suchen Mathias Schindl, von dem wir wissen, dass er 1807 in Finsternau geboren wurde. So gehen wir vor:

  1. Bestimmung der zuständigen Pfarre

    Dazu gibt es zwei Möglichkeiten:
    genteam.at bietet eine umfassende Ortssuche an (Genteam ist kostenlos, es ist eine Registrierung erforderlich). Hier erfährt man die zuständige Diözese, Pfarre, eventuelle Vorpfarren und ab wann Matriken verfügbar sind.
    Oder man nutzt die in Matricula integrierte Suche in Matricula (Fernglassymbol). Hier besteht die Einschränkung, dass nur Orte gefunden werden, die in einer Gemeindebeschreibung erwähnt werden. So eine Gemeindebeschreibung gibt es oft, aber nicht immer, daher kann es sein, dass diese Suche nicht den gewünschten Erfolg bringt.
    Für Finsternau funktioniert es. Wenn man danach sucht, bekommt man ein Ergebnis (bei Klicken von „+“) erfährt man auch die zuständige Diözese und Pfarre.
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    Man kann direkt auf das Ergebnis klicken und ist schon in der richtigen Pfarre, in unserem Beispiel Brand bei Gmünd in der Diözese St. Pölten (Copyright Diözesanarchiv St.Pölten)bildschirmfoto-2017-02-06-um-09-30-38
  2. Finden des richtigen Buches
    In der Gemeindebeschreibung klickt man „Alle Verzeichniseinheiten des Bestandes“ und bekommt eine Liste der verfügbaren Bücher. Wir suchen ein Taufbuch aus dem Jahr 1807, daher öffnen wir das Buch „Taufbuch 1784-1810, Signatur 01-01“. Hier bekommt man zuerst eine Übersicht, aus der wir sehen, dass es einen Index gibt – das ist natürlich praktisch!
    Durch Drücken auf „zum Buch“ sind wir schon am Ziel – im richtigen Taufbuch:

    bildschirmfoto-2017-02-06-um-10-07-31

    Quelle: Diözese St. Pölten, Pfarre Brand/Gmünd, Taufbuch 1784-1810, Signatur 01-01, Seite 01-EInband_0001, Copyright Diözesanarchiv St.Pölten

  3. Im Index nach der Seite (Folio) im Buch suchen
    Der Index ist meist am Ende eines Taufbuches, in diesem Fall allerdings am Anfang. Der Index ist in der Seitenleiste rechts namentlich gekennzeichnet.
    Ein Index ist fast immer nach Nachnamen und dann nach Jahren sortiert (in alten Büchern sind Buchstaben wie C und K sowie B und P zusammengefasst; ich habe aber auch schon Indices gesehen, die nach Vornamen sortiert waren). In diesem Buch ist eine weitere Sortierung nach Orten vorgenommen worden.
    Wenn man nicht gleich fündig wird, empfiehlt es sich immer, den Index genau durchzuschauen. Manchmal sind am Ende des Indexes oder bei anderen Buchstaben weitere Einträge zu finden.
    Wir werden hier fündig:

    bildschirmfoto-2017-02-06-um-09-47-53

    Quelle: Diözese St.Pölten, Pfarre Brand/Gmünd, Taufbuch 1784-1810, Signatur 01-01, Seite 2-Index Taufe_0009, Copyright Diözesanarchiv St.Pölten

    Den Eintrag für Mathias Schindl finden wir also auf Folio 81.

  4. Finden der richtigen Seite
    Wenn man Glück hat, entspricht die Seitenangabe in der rechten Leiste auch der Folio-Nummer. Aus verschiedenen Gründen kommt es aber immer wieder zu Verschiebungen, dann muss man etwas suchen, bis man die richtige Seite erhält. Seite 81 ist aber ein guter Anfangspunkt, ich gehe also auf „3-Taufe 0081“. In der rechten oberen Ecke der Seite sehe ich, dass wir Glück haben. Wir sind direkt auf Folio 81 gelandet!
  5. Finden des richtigen Eintrags
    Jetzt müssen wir nurmehr die Einträge der Seite durchsehen. In diesem Fall ist es gleich der erste Eintrag :Aufmerksamen Lesern ist sicher nicht entgangen, dass Mathias im Index noch als „Schindl“ aufgeführt war und im tatsächlichen Eintrag plötzlich „Schönl“ heißt – zu solchen Namensänderungen habe ich schon einen Post geschrieben.

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    Quelle: Diözese St.Pölten, Pfarre Brand/Gmünd, Taufbuch 1784-1810, Signatur 01-01, Seite 03-Taufe_0081, Folio 81, Copyright Diözesanarchiv St.Pölten

Schlussendlich können wir also notieren: Mathias Schindl wurde am 5.2.1807 in Finsternau Nr. 12 geboren.

Auf alle Informationen, die ich aus einem Taufbucheintrag erhalten kann, werde ich in einem gesonderten Post eingehen.

Ein Tipp noch: Über den Befehl „Direkter Link zur Seite“ in der rechten oberen Ecke des Matricula Viewers bekommt man einen permalink, den man sich in seinem Ahnenforschungsprogramm speichern kann. So findet man die Seite schnell wieder. Es empfiehlt sich aber trotzdem, das Buch und die Seite ebenfalls zu notieren, falls der link nicht mehr funktioniert.

Kennt ihr die Topothek?

Die Topothek ist ein tolles Projekt, bei dem historische Fotos im Privatbesitz der Öffentlichkeit online in lokal (meist von Gemeinden) organisierten Topotheken gratis zugänglich gemacht werden.
Die Fotos werden beschlagwortet, sodass man nach Vorfahren namentlich suchen kann. Die meisten Topotheken sind derzeit aus Niederösterreich, aber es mittlerweile sind sogar einige internationale Topotheken online gegangen.
Vor Kurzem habe ich hier gelesen, dass die hundertste Topothek online gegangen ist. Und das ist eigentlich auch der Grund, warum ich im Moment noch mehr von der Topothek begeistert bin: Als ich gelesen habe, dass es sich hierbei um die Topothek von Großengersdorf handelt, ist bei mir sofort die Hoffnung aufgeflackert, dass ich Fotos von einer entfernteren Verwandtschaftslinie dort finden könnte. Und ich wurde nicht enttäuscht – im Gegenteil, es war eine Schatzkiste voller alter Fotos. (Wie sehr ich alte Fotos mag, habe ich ja in einem früheren Post erwähnt! 😊) Familenfotos, Gruppenfotos, Portraits der entfernten Verwandten, alles da und meist sogar mit Geburtsjahr versehen! Vielen Dank an alle, die das ermöglicht haben!
Allen Familenforschern kann ich einen Besuch in der Topothek jedenfalls sehr empfehlen.

Kirchenbuch-Latein, Lektion eins – Einführung

Kirchenbücher waren früher oft in Latein geschrieben. Das mag für einige abschreckend klingen, ist aber tatsächlich auch für Nicht-Lateiner kein großes Hindernis, wenn man ein paar Grundvokabeln kennt.
In der Folge möchte ich euch an einem Beispiel einige solcher Vokabeln erläutern.
Johann Adam Übelbacher wurde am 10.6.1738 in Kilb geboren. Sein Taufeintrag im Kirchenbuch der Pfarre Kilb (hier der link) sieht so aus:

Quelle: Diözese St.Pölten, Pfarre Kilb, Taufbuch 1722-1744, Signatur 01/02, folio 63, Copyright Diözesanarchiv St.Pölten

Hier steht (Abkürzungen oder Variationen in der Schreibweise schreibe ich hier richtig/voll aus, um die Nachvollziehbarkeit zu erleichtern.):

Baptisatus est Johannes Adamus filius legitimes des Simon Übelbacher et Sophia uxoris zu Kylb. Levante Andrea Schwager von Heinrichsberg

Für Nicht-Lateiner hier ein paar Grundvokabeln zum besseren Verständnis:

  • Baptisatus/Baptizatus est (bei Frauen/Mädchen baptisata est) heißt nichts anderes als „getauft wurde“.
  • Filius legitimus: ehelicher Sohn; für Frauen/Mädchen wäre dies filia legitima – eheliche Tochter
 Nicht schwer zu erraten in diesem Zusammenhang: Filius illegitimus bzw. filia illegitima ist dann natürlich der uneheliche Sohn bzw. die uneheliche Tochter
  • Uxor ist die Ehefrau (uxoris der Genitiv dazu)
  • Levante: aus der Taufe hebend, unter der Patenschaft von (levans ist der Taufpate/die Taufpatin)

Hier wurde also Johann Adam, ehelicher Sohn des Simon Übelbacher und seiner Ehefrau Sophia in Kilb geboren. Seine Taufpatin Andrea Schwager war aus Heinrichsberg.

Gerade bei Orten ist es manchmal schwierig, den Namen zu entziffern. Auch hier konnte ich den Ort vorerst nicht lesen. Ein guter Tipp in diesem Zusammenhang ist, in Matricula die Beschreibung der Gemeinde zu lesen, die oft bei Pfarren enthalten ist, da die Taufpaten ja oft Nachbarn oder nahe wohnende Freunde der Eltern waren.

Gemeindebeschreibung Kilb:

Oft findet man hier einen Ort, der zum Schriftbild im Taufeintrag passt.
Ein hervorragendes Ortsverzeichnis, das mir auch schon oft weitergeholfen hat, findet sich bei Genteam: Ortsverzeichnis in Genteam. Hier ist nur eine (kostenlose) Registrierung erforderlich.

Zurück zu unserem Beispiel: Johann Adam starb nur wenige Tage später am 22.06.1738. Sein Sterbeeintrag findet sich ebenfalls in der Pfarre Kilb (unter diesem link):

Quelle: Diözese St. Pölten, Pfarre Kilo, Sterbebuch 1722-1744, Signatur 03/02, folio 32, Copyright Diözesanarchiv St.Pölten

Der Sterbeeintrag lautet:

„Sepultus est Johannes Adamus, filius Simonis Übelbacher et Sophia uxoris zu Kylb. Aetatis 13 Tage“

Hier wieder das relavante Vokabular dazu:

  • Sepultus est / Sepulta est: gestorben ist
  • Aetatis: des Alters

Johann Adam Übelbacher starb also im Alter von 13 Tagen. In späteren Sterbebüchern findet man auch die Todesursache sowie den Friedhof, wo die verstorbene Person begraben wurde.

Ein sehr ausführliches Familienforschungs-Glossar habe ich auf der Homepage des Oberösterreichischen Landesarchivs gefunden.

Lasst euch übrigens von meinem hier ausgewählten Beispiel nicht abschrecken, Kirchenbücher sind nicht immer in Latein verfasst. Vor allem die späteren, wo man ja mit der Forschung beginnt, sind in Deutsch.

Vorlage Forschungsbericht Kirchenbuch Index

Ich muss zugeben, meine Forschung ist von Anfang an eher unorganisiert gewesen, aber die Fülle an erhältlichen Informationen hat mich wohl überwältigt.

Im Internet habe ich inzwischen einige Vorlagen und Formulare für eine bessere Organisation der Familienforschung entdeckt. Leider ist keine so, wie ich mir das wünsche. Also habe ich mich selbst an der Erstellung einer Vorlage versucht.

2017-01_auszug_forschungsbericht_kirchenbuch_index

Das Ergebnis könnt ihr hier als PDF herunterladen. Dieser Bericht zielt in erster Linie darauf ab, Einträge zu einem bestimmten Namen in einem bestimmten Kirchenbuch zu erfassen. Er enthält zwei Seiten Formular sowie Erläuterungen, die man natürlich nicht jedes Mal mitausdrucken muss, die aber im Umgang mit dem Formular helfen sollen.

Ich habe mir dieses Formular gebastelt, weil man bei der Forschung ja meist ein Kirchenbuch nach einem bestimmten Nachnamen durchsucht. Dabei habe ich immer den Index (so es einen gibt) hergenommen und die Vornamen und Folionummern abgeschrieben. Einige konnte ich in meinem Stammbaum zuordnen, andere passten gar nicht und bei manchen Eintragungen im Index habe ich zumindest den Verdacht gehabt, dass sie irgendwie zu meiner Forschung passen.

Wenn ich Monate später dann bei dieser Linie des Stammbaums weitergemacht habe, waren diese Aufzeichnungen oft genug unauffindbar und ich habe wieder angefangen… (Das kann natürlich auch gute Seiten haben, denn oft entdeckt man beim zweiten Mal wichtige Kleinigkeiten oder Einträge, die man übersehen hat – zumindest ist das meine Rechtfertigung für mein Chaos!)

Jetzt habe ich diese Vorlage, die ich sorgfältig ablegen werde – das ist mein guter Vorsatz für 2017! Ich hoffe, ihr könnt sie auch brauchen! Habt ihr Ideen für weitere Vorlagen, die ein organisiertes Forschen erleichtern könnten?

1783/84 – Verlorene Spur

Ein wichtiger Teil der Familienforschung ist für mich Geschichte. Wenn man die Ahnenforschung im historischen Kontext sieht, kann man sich das Leben seiner Vorfahren viel besser vorstellen.
Daher stelle ich heute eine neue Kategorie vor: Geschichte!

Portrait Josephs II von Georg Decker

Portrait Josephs II von Georg Decker

Joseph II, Sohn der Kaiserin Maria Theresia und seit 1765 Mitregent, übernahm mit dem Tod seiner Mutter im Jahr 1780 die Alleinherrschaft.
Er führte eine Vielzahl an Reformen durch, unter anderem folgende:

  • Mit dem „Untertanenpatent“ vom 1.11.1781 hob er die Leibeigenschaft der Bauern auf, die von nun an frei ihren Wohnort wechseln, ohne Zustimmung ihres Grundherrn heiraten und einen Beruf ergreifen durften.
  • Mit dem „Ehepatent“ vom 16.1.1783 führte Joseph II die Zivilehe ein, wodurch zumindest theoretisch Scheidungen und Wiederverheiratungen möglich wurden.
  • Mit der „Neuverordnung der Seelsorge“ wurde festgelegt, dass niemand weiter als eine Stunde von seiner Pfarrkirche entfernt sein soll. Es wurde eine Vielzahl an neuen Pfarren errichtet, die von Weltpriestern (staatlich ausgebildeten Priestern) betreut werden sollten. Gleichzeitig wurden auch die Grenzen der Bistümer neu festgelegt.

Diese drei Maßnahmen führen dazu, dass in der Ahnenforschung die Jahre 1783/1784 eine besondere Herausforderung darstellen können. Durch die neu gewonnene Bewegungsfreiheit sowie die Neuordnung der Pfarrsprengel kann es vorkommen, dass man eine Ahnenlinie in diesem Zeitraum verliert. Im besten Fall findet man diese in einer Nachbarpfarre wieder. In meiner persönlichen Forschung gibt es ein paar Vorfahren, deren Spur ich bisher nicht wiedergefunden habe. Aber ich liebe Herausforderungen!

Namen und Schreibweisen im Wandel der Zeit


Eine Herausforderung bei der Ahnenforschung ist, dass sich die Schreibweise von Nachnamen im Lauf der Zeit ändern kann. Gründe hierfür sind vielfältig. Es kam unter Anderem auf den Pfarrer an, der den Eintrag im Kirchenbuch verfasste. Durch einen Pfarrerwechsel kann schnell aus einem C ein K am Namensanfang werden. Auch ein B wird leicht zu einem P umgewandelt. In vielen Indices, vor allem in älteren Kirchenbüchern, sind diese Buchstabenpaare gemeinsam aufgelistet. In späteren Kirchenbüchern sind allerdings meistens Indices mit vorgedruckten Seiten nach dem heutigen Alphabet enthalten. Hier ist empfehlenswert, im Index auch bei ähnlich klingenden Buchstaben auf die Suche nach Vorfahren zu gehen. Nicht selten haben sogar Geschwister andere Schreibweisen bei ihren Nachnamen.
Bei der Suche nach weiteren Personen einer Familie muss man unter Umständen auch kreativer denken. Es wurde zum Beispiel „Artner“ zu „Ortner“ oder sogar „Ubelbacher“ zu „Ypelbacher“.
Mir hilft dabei immer, den Namen auszusprechen, am besten im vorherrschenden Dialekt der Gegend. Dann kommt man schnell auf neue Ideen und andere Schreibweisen.
Die Änderungen der Schreibweisen beschränken sich natürlich nicht auf Anfangsbuchstaben, aber wenn man im Index schon einmal die Suche auf den richtigen Anfangsbuchstaben eingrenzen kann, ist das quasi schon „die halbe Miete“, da man beim Durchsuchen der richtigen Indexseite schneller den gesuchten Namen in unterschiedlichen Variationen erkennt. Ob ein Name mit doppeltem „m“ oder einfachen „m“ geschrieben wird oder ein „d“ oder „th“ statt einem „t“ enthält – man wird den gesuchten Namen beim Lesen erkennen.
So kann aus Schindl ein „Schiendl“ oder sogar „Schönl“ werden. Ob Petz oder Pötz oder Putz, man erkennt die Ähnlichkeit und kann die Spuren weiterverfolgen.
In online Datenbanken sind teilweise Algorithmen bei der Suche hinterlegt, die ähnliche Namen in die Ergebnisse der Suche inkludieren. Allerdings darf man sich hier nicht auf Vollständigkeit verlassen, sondern die ähnlichen Schreibweisen nur als Anregung verwenden, um weitere Schreibweisen zu suchen.
Habt ihr auch Erfahrungen mit überraschenden Schreibweisen gemacht? Ich freue mich über einen Kommentar!

Verlassenschaftsakten

Verlassenschaftsakten haben zwar einen traurigen Anlass, bieten jedoch für Forscher mehrere Ansatzpunkte.

Um Verlassenschaftsakten zu finden, benötigt man jedenfalls das Sterbedatum und den Sterbeort einer Person. Damit kann man in einem ersten Schritt das zuständige Bezirksgericht in Österreich und damit das zuständige Archiv ermitteln.

Viele meiner Vorfahren stammen aus Niederösterreich. Deren Verlassenschaftsakten liegen also im NÖ Landesarchiv, im Außendepot in Bad Pirawarth. Hier findet ihr die Öffnungszeiten und die genaue Adresse.

Als ich das erste Mal in dieses Archiv gefahren bin, wußte ich nicht genau, was ich erwarten kann und ob ich überhaupt etwas finden würde. Aber beim Verlassen des Archivs hatte ich 10 Verlassenschaftsakten meiner Vorfahren gefunden – es war ein äußerst erfolgreicher Besuch!

Verlassenschaftsakten bestehen aus mehreren Teilen. Jedenfalls enthalten sie immer die „Todfalls-Aufnahme“. Dafür gibt es meist vorgedruckte Formulare, die vom zuständigen Notar ausgefüllt wurden.

Die Todfalls-Aufnahme beginnt mit den persönlichen Angaben zum Verstorbenen. Neben Name und Beruf werden folgende Angaben gemacht:

Danach folgt ein Abschnitt über großjährige oder minderjährige Nachkommen.

Diese bisherigen Abschnitte können jedenfalls für Forscher wesentliche Informationen enthalten. Bei den Nachkommen sind in den meisten Fällen (soweit es bei Aufnahme der Daten bekannt war) auch der Wohnort der Nachkommen sowie der Name nach Verehelichung von Töchtern enthalten. Das sind Daten, die einem über „Da komm ich nicht mehr weiter“-Punkte hinweghelfen können, da man sie in Kirchenbüchern manchmal gar nicht so leicht findet!

Im nächsten Abschnitt wird das Vermögen des Verstorbenen behandelt:

Im Beispiel: „gestorben ohne Vermögen, Leibeskleider wertlos“
(Ja, die Unterlagen sind oft in Kurrent. 🤔)

Bei vermögenslosen Verstorbenen endet der Akt dann meist mit Anmerkungen des Notars.

Falls jedoch ein Vermögen vorhanden war, gibt es weitere spannende Unterlagen. Es werden die Grundbuchsnummern von Grundbesitz angeführt, die man als Forscher über den NÖ Atlas wiederfinden kann. Dann folgen möglicherweise vorhandene Testamente, Einantwortungsurkunden, Niederschriften und Beschlüsse, die einem durchaus weitere Einblicke in die Familiengeschichte gönnen.

Auf solchen Urkunden befinden sich auch die Unterschriften der Erbberechtigten. Für mich ist es unheimlich faszinierend, Originalpapiere in der Hand zu halten, die meine Vorfahren vor langer Zeit ebenfalls in der Hand hatten.

Das älteste Dokument, das ich im NÖ Landesarchiv in Bad Pirawarth gefunden habe, ist übrigens aus 1852.

Ich liebe alte Fotos

Ich liebe es, alte Fotos anzuschauen. Für mich wird dadurch die Geschichte dieser Person lebendig, der Name in meinem Stammbaum bekommt ein Gesicht. Obwohl … man weiß ja gar nicht immer, wer die Person auf dem Foto ist. Wenn mir eine unbekannte Person auf einem Foto unterkommt, weckt dies sofort meine Neugier: Wer kann das sein? Warum ist die Person auf dem Foto? Ist er/sie mit mir verwandt oder nur ein Bekannter?

Hier habe ich so ein Beispiel:

Auf dem Foto ist eine Musikgruppe in Buffalo, USA abgebildet. Zwei der Personen sind meine Urgroßonkeln, einer ist ein angeheirateter Urgroßonkel (aus Deutschland). Wer sind die weiteren Musiker? Welche Musikstücke haben sie gespielt? Das sind Dinge, die mich wahnsinnig interessieren würden, aber ich habe vermutlich keine Chance, das herauszufinden. Trotzdem gibt es Möglichkeiten, Informationen zu unbekannten Personen oder Orten auf Fotos zu erhalten: Weiterlesen

Leopoldine Hetzendorfer (geb. Hofbauer)

Leopoldine Hofbauer wurde 1854 im Waldviertel geboren. Mit 24 heiratete sie Anton Hetzendorfer. Das Paar hatte sieben Kinder. 1904 starb ihr Mann.

Im Jahr 1913, als sie bereits 58 war, wanderte Leopoldine Hetzendorfer mit ihren Kindern in die USA aus. Aus den Unterlagen in Ellis Island (Ellis Island Passenger Search) geht hervor, dass sie mit dem Schiff Barbarossa von Bremen nach New York reiste. Anschließend gründeten die Auswanderer in Buffalo eine Weberei.

1943, im Alter von 88 Jahren, trat Leopoldine Hetzendorfer noch einmal die weite Reise zurück in Ihre alte Heimat an und verstarb hier.

Hilfreiche Internetquellen für den Einstieg in die Ahnenforschung in der ehemaligen Österreichisch-Ungarischen Monarchie

  • ICARUS/Matricula
    http://icar-us.eu/
    ICARUS ist ein gemeinnütziger Verein nach Österreichischem Recht und besteht aus mehr als 160 archivarischen und anverwandten Institutionen aus mehr als 30 Europäischen Ländern, Kanada und den USA.
    Der Verein bietet mehrere Online-Portale an. Das für Einsteiger wichtigste ist sicher Matricula. Die Matrikelbücher der einzelnen Religionsgemeinschaften gehören zu den am meisten benützten und erforschten historischen Quellen überhaupt. Dieses Portal schafft nun einen innovativen, service-orientierten Zugang und ermöglicht einen staaten- und konfessionsübergreifenden Zugriff auf diese wichtigen historischen Quellen.
    Hier wurden in den letzen Jahren unzählige Kirchenbücher digitalisiert und zur kostenlosen Einsicht online gestellt.
    http://icar-us.eu/cooperation/online-portals/matricula
  • Familia Austria
    http://www.familia-austria.at
    Familia Austria ist ein ehrenamtlich tätiger Verein, der sich zum Ziel gesetzt hat, die Ahnen- und Familienforschung auf dem Gebiet der alten Habsburgermonarchie zu fördern, bestehende Initiativen auf diesem Gebiet zu vernetzen und ganz allgemein historisch – genealogisches Wissen zu erarbeiten und zu publizieren.
    Einige der umfangreichen Informationen sind kostenlos, andere sind an eine Mitgliedschaft im Verein gebunden.
  • Genteam
    http://www.genteam.at
    GenTeam ist eine lose Vereinigung von Genealogen, die selbständig oder im Team an Datenbanken arbeiten und diese Daten allen Forschern kostenlos zur Verfügung stellen wollen. Der geographische Schwerpunkt der Datensammlungen liegt im heutigen Österreich sowie den daran angrenzenden Gebieten.
    Die Nutzung der Datenbanken ist kostenlos; lediglich eine einfache Registrierung ist erforderlich.
  • ANNO – AustriaN Newspapers Online
    http://anno.onb.ac.at
    ANNO ist der virtuelle Zeitungslesesaal der Österreichischen Nationalbibliothek. Hier kann in historischen Österreichischen Zeitungen und Zeitschriften online geblättert und gelesen werden.
    Es besteht auch die Möglichkeit zur Volltextsuche in alten Zeitungen.
  • Familysearch
    https://familysearch.org
    FamilySearch ist die weltweit größte Organisation für genealogische Forschung und eine gemeinnützige Organisation für Familiengeschichte und -forschung, deren Anliegen es ist, in allen Familien ein Band zwischen den Generationen zu knüpfen.
    Hier wird eine umfangreiche kostenlose Datenbank angeboten.
  • myheritage
    https://www.myheritage.at
    Das ist eine kostenpflichtige Datenbank, wo man allerdings immer wieder fündig wird.

Natürlich gibt es noch weitere Plattformen und Informationsquellen. Für den Einstieg in die Ahnenforschung in der ehemaligen Habsburgermonarchie haben sich diese jedoch für mich am hilfreichsten erwiesen.

Ich werde in weiteren Blogs auf alle Möglichkeiten dieser Webseiten näher eingehen.

Wie fängt man an?

„Aller Anfang ist schwer“ sagt man ja, aber das muss gar nicht sein. Wenn man Geburtsdaten von Vorfahren hat, die vor 1916 geboren wurden, kann man direkt einsteigen.

Kurzer historischer Abstecher: Vor 1938 waren in Österreich die Pfarren für die Eintragung von Geburten, Hochzeiten und Todesfällen verantwortlich. Dies geschah in Matrikeln/Kirchenbüchern.

Das Datum 1916 ist aufgrund der gesetzlichen Sperrfristen wichtig: Taufbücher sind 100 Jahre gesperrt, Trauungsbücher 75 Jahre und Sterbebücher 30 Jahre.
1938/39 übernahmen die Standesämter die Verwaltung der Personenstandsangelegenheiten für alle Österreicher. Daher sind ab diesem Datum zwar Kirchenbücher vorhanden, aber nicht mehr öffentlich zugänglich.

Zusammenfassend heißt das also: Wenn man ein Geburtsdatum vor 1916 oder ein Hochzeitsdatum vor 1938 weiß, kann man direkt im zuständigen Kirchenbuch mit der Recherche beginnen.

Über den Einstieg in die Arbeit mit Kirchenbüchern werde ich in einem der nächsten Blogs berichten.